Rad - Reiseberichte England



R e i s e b e s c h r e i b u n g :

1. Tag:
LONDON-STANDSTED - STAMFORD
165 km, 415 hm

2. Tag:

STAMFORD - KING'S LYNN

179 km, 490 hm

3. Tag:

KING'S LYNN - DISS

170 km, 760 hm

4. Tag:

DISS - FLUGHAFEN STANDSTED

139 km, 783 hm


B e s c h r e i b u n g    d e r    T a g e s e t a p p e n :


LONDON-STAMDSTED - STAMFORD

London-Stansted ist ein mir sehr sympathischer Flughafen - das Rad wird von einem Mitarbeiter persönlich übergeben und gleich neben der Großgepäcksausfolgung steht auch ein Abfallcontainer für die Radverpackung. Die üblichen Schraubarbeiten und vom Bankomaten in der Abfertigungshalle englische Pfund bezogen, Lenkertasche eingerastet und Rucksack aufgeschnallt - dann geht es auf der "falschen" Straßenseite los.

Das (für den Radler) Angenehme am Flughafen London-Standsted ist der Umstand, dass man mitten in der Pampa ist und sich mit keinen Flughafenautobahnen oder Stadtdurchfahrten herumschlagen muss - leichter Wind aber sonst schönes Wetter und eine erwartet unspektakuläre Landschaft begleiten mich in das erste Dorf Elsenham, wo ich a) einen Schülerlotsen nach der Nebenstraße Richtung Norden frage und b) in einem Garten meine Wasserflasche auffüllen lasse.

Um nach Saffron Walden (21 km) zu gelangen, muss ein kleiner Hügel überquert werden und erstmals kommt das kleine Kettenblatt zum Einsatz. Im Ort erstehe ich in einer größeren Bäckerei einen Wecken mit undefinierbarer Füllung und ein süßes Gebäck mit ein paar Beeren drauf, setze mich auf eine Mauer und vergesse dort prompt meine Sonnenbrille.

Leider bemerke ich das erst nach ein paar Kilometern, weil ich ein Rapsfeld entlangfahre und prompt ein Insekt ins Aug fliegt - es heißt daher wieder zurück und tatsächlich liegt die Brille immer noch da...

Vor Cambridge lohnt sich noch ein kleiner Umweg zum Duxford Luftfahrt-Museum (44 km). Im 2. Weltkrieg starteten von hier und von anderen Flughäfen im flachen Ostengland die Bombenflugzeuge - jetzt dient das ganze Areal als Museum. Von außen sind ein paar Flugzeuge aus verschiedenen Epochen und auch eine ausgemusterte Concorde zu erkennen.

Die Innenstadt von Cambridge (60 km) ist klarerweise einen Besuch wert - hier ist, bedingt durch die Colleges, auch einiges los, viele sind mit dem Rad unterwegs, das hier in der für Autos (und teilweise auch für Räder - nur hält sich niemand daran) gesperrten Innenstadt das ideale Verkehrsmittel ist.

Die Ausfallsstraße Richtung Newmarket wird durchgehend von einem Radweg begleitet.

Leider geht sie dann unvermittelt in eine Schnellstraße über - Alternativen gibt es laut Karte zumindest für die ersten Kilometer nicht.


So wird Newmarket halt ausgelassen und die wesentlich ruhigere A 10 Richtung Ely genommen - die riesige Kathedrale ist schon von weitem sichtbar. Ely (89 km) ist zwar sichtlich für Touristen rausgeputzt, aber ein sehr angenehmes ruhiges Städtchen - im Park vor der Kirche mache ich Mittagsrast.

Von Ely weiter nach Petersborough (138 km) über Sutton und Chatteris geht es auf der gut ausgebauten A 142, erstaunlicherweise ist auf der Nebenstraße entlang eines schnurgeraden Kanals (hier erinnert die Landschaft etwas an die Po-Ebene) auch nicht wenig Verkehr.
Nach Petersborough wird die Landschaft wieder etwas abwechslungsreicher und auch der Verkehr nimmt ab und in Stamford lasse ich es gut sein und beschließe, hier ein Zimmer zu suchen.

Die Touristeninfo hat schon geschlossen, aber es sind ein paar B & B-Adressen ausgehängt.

Das erste ist schon voll, aber bei der zweiten Adresse klappt es - ich kann mich sogar auf Deutsch verständigen, weil es von einer vor vielen Jahren aus Bayern ausgewanderten Frau geführt wird. Nach der Dusche gibt's ein Abendessen beim Inder, war aber leider nur durchschnittlich und auch nicht sehr preiswert - der Abendspaziergang durch die nette Kleinstadt war dafür angenehm.

STAMFORD - KING'S LYNN

Frühstück ist sogar etwas zu üppig (zusätzlich zu Brot und Kuchen gibt es noch Speck, Bohnen, Tomaten...), aber ich habe Zeit, weil es in der Nacht zu regnen begonnen hat und die Straßen nass sind. Aber irgendwann muss ich dann doch raus, also Regenjacke und Überschuhe an und los.


Am Programm steht noch der Rutland-See, die Straße A 606 führt direkt daran vorbei. Von der Straße gibt es ein paar Ausblicke auf den See, viel ist hier nicht los. Im winzigen Ort Whitwell gibt es eine Zufahrt zu einem Bootsanlegeplatz. Der Größe des Parkplatzes nach zu schließen dürfte im Sommer und bei besserem Wetter hier reger Betrieb herrschen - jetzt dümpeln nur ein paar Segelboote im Regen.

Dieser hört jedoch bei der Weiterfahrt nach Oakham (19 km) auf und der einsetzende (Rücken)wind trocknet sogar die Straße auf. Oakham selbst bietet ein interessantes historisches Schloss, das irgendwie einem Getreidespeicher ähnlich sieht - bei der Weiterfahrt radle ich ein paar Meter prompt auf der linken Fahrbahnseite (Hallo! Aufwachen!), bis mich ein hupendes Auto auf den Fehler hinweist.
Und dann geht es auf unbefahrenen Nebenstraßen durch relaxte Hügellandschaft, weite Felder mit kleinen Waldstücken durch viele verschlafene Dörfer bis kurz vor Grantham, wo für einen Kilometer auf dem Seitenstreifen der stark befahrenen A 1 geradelt werden muss.

Grantham (53 km) hat die übliche interessante Steinkirche, ein paar nette historische Gebäude und ist außerdem der Geburtsort von Margaret Thatcher - kleine Wegweiser führen zu ihrem Geburtshaus. Da ich mich nicht zu ihren Fans zähle, lasse ich das Geburtshaus aus und widme mich lieber dem Mittagsimbiss, da die Landkarte für die nächsten Kilometer eher unbesiedeltes Gebiet ausweist.


Und so ist es auch - führt die A 52 in der Nähe von Grantham noch durch ein paar Hügelketten, so wird die Gegend, je weiter man sich Boston nähert, immer flacher und der Seitenwind von Süden ist ziemlich stark (gar nicht so erfreuliche Aussichten, muss ich doch bald nach Süden abbiegen).

Boston war früher ein bedeutender Hafen, von dem auch die Schiffe mit Auswanderern in die USA (u.a. die "Mayflower") gestartet sind - außer einer großen Kirche und ein paar historischer Gebäude weist aber nichts mehr auf den einstige Bedeutung hin. Nachdem ich das Kreisverkehrssystem in Boston nicht ganz durchschaut habe, bin ich doch glatt ein paar Kilometer die A 16 in die falsche Richtung gefahren - offenbar hat mein Orientierungssinn eine Krise...

Auf der richtigen Straße gibt es einen gut radelbaren Seitenstreifen, da ich aber voll gegen den Wind fahre, möchte ich etwas abkürzen und über die winzigen Orte Frampton und Sandholme Fosdyke erreichen, wo ich wieder auf die Hauptstraße Richtung Osten (A 17) treffe. Da ein Wegweiser fehlt, radle ich Richtung Küste bis zu einem Bauernhof, wo ich überraschenderweise nicht auf Engländer, sondern auf Polen (die mir aber auf Englisch den richtigen Weg erklären können), treffe. Der Zick-Zack-Kurs durch das flache Schwemmland hat sicher weder Zeit noch Kilometer erspart, dafür war er absolut verkehrsfrei, auch etwas wert.

Auf der A 17 ist nicht allzu starker Verkehr, außerdem lässt jetzt am Nachmittag der Wind wieder deutlich nach. Einen Kaffee hätte ich noch gerne, aber die wenigen Gasthäuser und Imbissbuden neben der Straße haben alle geschlossen - erst kurz vor Sutton Bridge hat ein Schnellimbiss offen.

Kurz nach dem Ort wird ein Kanal auf einer alten Brücke überquert, die bei Bedarf zur Seite geschwenkt werden kann - interessantes Bauwerk.

Die restlichen Kilometer bis King´s Lynn sind schnell zurückgelegt. Kommt man von der großen Straßenkreuzung am südlichen Stadtrand, finden sich gleich beim alten Stadttor eine Reihe von B & B´s und ein einfaches Hotel, in dem ich gleich bleibe. Und zum Abendessen gibt es ganz nach englischer Tradition fish & chips.

KING'S LYNN - DISS


In der Nacht hat mich ein Gewitter aufgeweckt - am Morgen hat es sich zwar schon verzogen, die Straßen sind aber immer noch nass - also nach dem jetzt schon gewohnt üppigen und fetten Frühstück wieder mit Überschuhen losgeradelt, letztere können aber schon bald wieder ausgezogen werden, da starker Wind die Straße trocknet. Gleich ein paar Kilometer nach dem Ort würde ich mir gerne die von einem Erdwall umgebene Burg Castle Rising anschauen, das Areal ist aber noch geschlossen.

Der Südwind treibt mich rasch weiter Richtung Norden - leider muss ich mir die Straße mit einer Menge Sonntagsausflügler teilen, die auch alle ans Meer wollen. Bis Hunstanton sind auch ein paar Waldstücke zu queren - die Landschaft ist im Vergleich zum Vortag doch deutlich abwechslungsreicher.

Und in Hunstanton (26 km) selbst ist einiges los, viele Leute mit Kindern, Imbissbuden, auch ein Vergnügungspark.

An nordwestlichen Stadtrand steht auf den Klippen ein alter Leuchtturm, von dort hat man schöne Aussicht auf die weitläufigen Strände.

Die Straße A 149 der Küste entlang nach Osten ist landschaftlich schön, aber schmal - Gott sei Dank sind die englischen Autofahrer ausgesprochen rücksichtsvoll, außerdem sind viele andere Radfahrer auch unterwegs. Oft verdecken hohe Sanddünen oder sumpfiges Heideland den Blick auf das Meer, aber die Landschaft ist durchaus reizvoll, nette alte Ortschaften, vereinzelt alte Villen oder kleine Schlösser neben der Straße.

Und dann sehe ich einen Radler seinen Carbonrenner schieben - 2. Reifenpanne und keinen Ersatzschlauch mehr... Ehrensache, dass ich ihm aushelfe - aber nachdem wir einen Ersatzschlauch von mir montiert haben, lässt sich dieser nicht aufpumpen, für seine Systemlaufräder mit hoher Felge ist das Ventil zu kurz... Mein Kollege ruft einen Freund an, der ihn mit dem Auto abholen soll und ich habe einen Ersatzschlauch weniger und ein paar Kilometer später prompt selbst eine Panne - ein fieser kleiner Stein hat sich durch den Reifen gearbeitet. Schlauchwechsel kein Problem, aber jetzt habe ich keinen Ersatz mehr. Vor einem Lebensmittelgeschäft in der nächsten Ortschaft stehen ein paar Rennräder, die freundlichen Besitzer schenken mir für den Fall der Fälle Flickzeug und weisen noch extra darauf hin, dass die Straße A 149 bei dem heimischen Radler wegen der vielen kleinen Steine keinen guten Ruf hat - scheint berechtigt zu sein.

Kurz vor Sheringham dampft eine historische Eisenbahn aus dem Wald und begleitet mich ein Stück - überhaupt scheinen die Engländer ein Faible für alte Eisenbahnen zu haben - viele stillgelegte Strecken werden als Museumseisenbahnen betrieben.
In Cromer (87 km, immerhin schon 438 Höhenmeter) herrscht toller Trubel, ganz London scheint einen Sonntagsausflug an die Küste geplant zu haben - mit Mühe gelingt es, das Rad durch die engen Gassen zu schieben. Als Imbiss gibt es frische Krabben aus dem Plastikbecher und ein Gebäck mit undefinierbarer Fülle aus der Bäckerei - vor der Kirche findet sich sogar ein halbwegs ruhiges Plätzchen auf einer Steinmauer.

So gestärkt geht es über die A 140 in rascher Fahrt - der am Vormittag noch kräftige Wind legt sich zusehends - Richtung Süden durch unspektakuläre, aber nett anzusehende sanfte Hügellandschaft. Und es ist nicht einmal viel Verkehr, alle Leute scheinen an der Küste zu sein, hier ist es sinnlos, auf eine der vielen parallel laufenden niederrangigen Straßen auszuweichen.

Nach 124 km sind die Vororte von Norwich erreicht, direkt geht es ins Zentrum zu der auf einem Hügel gelegenen Burg - von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Rundherum ein paar einladende Lokale, also noch einen Kaffee getrunken und dann weiter Richtung Süden - die Stadtdurchquerung auf den breiten Ausfallsstraßen ist jetzt am Sonntag Nachmittag kein Problem.

Noch angenehmer als auf der bisherig zurückgelegten Strecke ist das Radeln auf der B 1113 - windstill, verkehrsfrei, keine nennenswerten Ortschaften, nur ein paar Siedlungen und Bauernhöfe, überall blühende Rapsfelder und noch dazu wolkenloser Himmel. Ernsthafte Steigungen gibt es auch keine, die gesamte Strecke kann auf dem 53er Blatt durchgetreten werden. Zwischen Norwich und New Buckenham gibt es auch immer wieder einladende Gasthäuser neben der Straße - ich möchte aber die optimalen Bedingungen nutzen und zumindest bis Diss kommen.

Auf der B 1077 gibt es dann keine Gasthäuser mehr und in Diss selbst gestaltet sich die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten überraschenderweise schwierig - die Touristeninformation hat natürlich schon geschlossen, auf einer Hinweistafel findet sich zwar die Adresse von einem B & B, aber das ist nicht mehr in Betrieb und in den Gasthäusern im Ort ist schon alles voll (weil der 1. Mai auf einen Sonntag fällt, ist auch der Montag frei und alle Engländer scheinen am so verlängerten Wochenende auszuschwärmen). Nur haben die freundlichen Engländer für alles eine Lösung - ein Gastwirt telefoniert halt so lange herum, bis er ein Zimmer für mich aufgetrieben hat.

Dieses ist zwar nicht billig, aber ich schlafe in einem wunderschön restaurierten Raum in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert - im Erdgeschoss ist ein Spezialitätenrestaurant untergebracht, dass ich (bei günstigerem Übernachtungspreis) glatt besucht hätte - so gibt es halt das Sparmenü mit fish & chips vom Imbissstand an der Straßenecke. Letzterer wird von Türken betrieben, ich hätte lieber Kebap gehabt, aber das wird mangels Nachfrage hier nicht angeboten...

DISS - FLUGHAFEN STANSTED

Während ich noch mit dem Frühstück beschäftigt bin, regnet es draußen - ist mir heute aber schon egal, ich habe noch eine trockene zweite Kleidungsgarnitur in Reserve. Und während ich noch mit dem Packen und Anziehen der Überschuhe beschäftigt bin, verziehen sich die Wolken wieder und auf der A 143 Richtung Westen ist sogar die Fahrbahn wieder trocken.

Im Zentrum von Bury St. Edmuns (32 km) steht die übliche Steinkirche - mein Interesse gilt heute aber primär anderen Orten. Südlich von Bury zweigt eine kleine Nebenstraße nach Lavenham ab. Die historische Bausubstanz dieses Ortes (52 km) aus dem Mittelalter ist fast vollständig erhalten geblieben, natürlich ist entsprechender Touristenrummel hier. Lavenham ist mit Textilerzeugung und -handel zu Reichtum gekommen und die wohlhabenden Bürger wollten einander mit dem Bau möglichst prachtvoller Häuser übertrumpfen. Und es war noch Geld für eine überdimensionale große Kirche da, die am Ortsende auf einem Höhenzug thront.


Hier ist die Gegend überhaupt ziemlich hügelig, wie man auch auf der Weiterfahrt zu einem der längsten Straßendörfer Englands, Long Melford, bemerkt. Auf der Fahrt durch die kilometerlange Dorfstraße erreicht man gleich den Nachbarort Sudbury (65 km), dort bietet eine Imbisskette ein vegetarisches Mittagsmenü an - muss man zuschlagen.

Da ich bis zum Rückflug noch reichlich Zeit habe, ist noch ein Umweg zu Schloss Hedingham und der "Colne Valley" Museumseisenbahn möglich - das Schloss und die Bahn bekomme ich allerdings nur aus der Ferne zu Gesicht, beides würde beträchtlichen Eintritt kosten.

Über kleine (und kleinste) Verbindungsstraßen geht es über Wethersfield
weiter bis bei Great Bardfield wieder eine größere Straße erreicht ist, die zügig nach Great Dunmow (108 km) führt.

Hier bin ich schon ziemlich in der Nähe des Flughafens - Zeit habe ich noch, also einmal auf der Landkarte nachgesehen, ob noch irgendetwas Interessantes hier in der Nähe ist - ein Umweg zum Hatfield forest würde sich anbieten. Also geht es auf der B 184 südwärts bis Leaden Roding - dort ist zwar kein Auto- aber dafür reger Radverkehr, weil ich in einen Zeitfahrwettbewerb geraten bin. Natürlich werde ich von allen überholt, eilig habe ich es nicht und auf ein Nachfahren im Windschatten verzichte ich auch - würde die Fahrer nur stören.
Das Rumpeln der Scheibenräder kündigt den kommenden Überholvorgang rechtzeitig an - ein Fahrer ist auch mit Starrnabe ohne Gangschaltung unterwegs - Respekt.

In Leaden Roding ist der Wendepunkt des Rennens und ich bin wieder Alleinradler - die stärker befahrene A 1060 kann ich bald verlassen und auf einer Nebenstraße geht es nach Hatfield Broad Oak und dem Helfield forest. Besonders spektakulär ist das Waldgebiet nicht - außerdem ist es eingezäunt und ähndelt eher einem Park denn einer Naturlandschaft. Das scheint aber die Massen an Ausflüglern nicht zu stören, viele sind mit Kinderwagen und Pichnickkorb unterwegs, der Fahrbahnrand ist zugeparkt.

In Takeley frage ich im Gastgarten eines Pubs direkt neben der Straße nach dem besten Weg zum Flughafen und werde sogleich auf ein englisches Bier (werden dann drei...) eingeladen. Eine ganze Runde will sich mit mir über meine Radfahrt, England, Österreich, ihren und meinen Lieblingsfussballklub und sonst noch über Gott und die Welt unterhalten, ich muss dann Einladungen der freundlichen Leute auf weitere Kostproben englischen Biers mit dem Hinweis ablehnen, mein Flugzeug noch halbwegs nüchtern erreichen zu müssen.

Zwei Stunden vor Abflug bin ich dann wieder in London-Stansted und beginne mit der üblichen Radverpackung. Leider bestehen die Leute beim Einchecken darauf, die Luft aus den Reifen zu lassen, das übliche... Das Rad wird aber persönlich von einem Flughafenmitarbeiter abgeholt und ich habe das Gefühl, das hier damit sehr sorgsam umgegangen wird. Das Gefühl sollte mich nicht täuschen und knapp nach Mitternacht erhalte ich es am Flughafen Wien wieder unbeschädigt zurück.

Da die letzte Bahn Richtung City schon längst abgefahren ist, folgt eine kleine Nachtfahrt nach Hause - gut, wenn man für solche Zwecke eine Notbeleuchtung mitführt.