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1.
Tag: |
SANTIAGO Flughaften - Hotel "Congreso" |
17 km |
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2. Tag: |
161 km, 1.220 hm |
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3. Tag: |
151 km, 1.505 hm |
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4. Tag: |
167 km, 2.380 hm |
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5. Tag: |
151 km, 1.905 hm |
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6. Tag: |
143 km, 815 hm |
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7. Tag: |
155 km, 1.865 hm |
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8. Tag: |
130 km, 1.465 hm |
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9. Tag: |
146 km, 1.820 hm |
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10. Tag: |
155 km, 1.905 hm |
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11. Tag: |
147 km, 1.610 hm |
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12. Tag |
140 km, 1.865 hm |
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| 13. Tag | 146 km, 1.460 hm | ||
| 14. Tag | 130 km, 1.641 hm | ||
| 15. Tag | 140 km, 1.826 hm | ||
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Camping "O Muino" - VIEIRA DO MINHO
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Etwas feucht die Gegend hier – tief hängen die Wolken über den Hügeln, das Überzelt ist nass. Aus den Wolken könnte es auch bald zu regnen beginnen und so beeile ich mich mit dem Zeltabbau und genieße mein Frühstücksmüsli auf der Bank nahe dem Waschraum neben dem reisefertigen Rad. Im Ort hat schon eine Bar geöffnet – also der obligatorische Morgenkaffee und dann weiter die Küstenstraße Richtung Süden. Die Wolken entpuppen sich nur als Nebelschwaden, und auch diese lichten sich zusehends – kurz vor A Guarda bricht schon die Sonne durch. Die Küstenstraße ist bis in den Ort hinein sehr schön zu fahren – da sich die Kelten aber nicht neben der heutigen Straße, sondern oben auf einem Hügel angesiedelt haben, verzichte ich auf einen Besuch ihrer Siedlung und rolle gleich hinunter zur Fährstation (22 km) um über den Ria nach Portugal zu übersetzen. |
| Die Fähre fährt stündlich und ist überraschend günstig – ich bezahle nur 70 Cent und bis zur Abfahrt bin ich in der Cafeteria zu finden, das Überzelt trocknet derweil in der Sonne. Nach ein paar Minuten Fahrt über das spiegelglatte Wasser legt die Fähre in Caminha an und ich radle auf portugiesischer Straße weiter. Die Küste ist hier nicht mehr so spektakulär wie auf spanischer Seite, aber immer noch schön, leider ist hier wieder etwas mehr Verkehr und auch der Belag ist nicht so perfekt wie beim großen Nachbarn. | ![]() |
Viano liegt recht schön an einer Flussmündung und diese muss überquert werden, es bieten sich zwei Optionen an: die eine Brücke (eine alte Stahlkonstruktion, nach Aussage eines Passanten, den ich nach dem Weg frage, von Eiffel) wird gerade renoviert, weiter östlich dann noch eine Autobahnbrücke. Die erste Brücke ist mir daher bei weitem sympathischer, ist jedoch wegen Instandsetzungsarbeiten für den Autoverkehr gesperrt – Radler und Fußgänger dürfen aber rüber.
Ein nett aussehendes Motel mit schönem Ausblick kurz nach Braga ladet zur Übernachtung ein, aber ich will noch ein Stück weiterkommen. Der Verkehr nimmt mit der Entfernung zur Stadt ab, die Anzahl der Kurven dafür mit jedem Kilometer zu – ohne Kunstbauten wie Brücken oder Tunnels schlängelt sich die Straße den Berghang entlang, links blickt man ins Flusstal, ich bin jetzt schon einige hundert Meter höher. Bald ist die Abzweigung nach Viera do Minho erreicht, kurz danach sollte nach Auskunft der Touristeninfo ein Hotel kommen – ich finde es aber nicht, nur den Hinweis auf ein im Tal gelegenes Parador, selbiges ist mir sicher zu teuer. Weiterfahren ist etwas unsicher, also beschließe ich, Richtung Viera abzufahren, dort sollte es sicher Quartier geben. Zurück zur Kreuzung und dann rollt das Rad ohne Treten vier Kilometer bergab bis in den Ort – der ist gar nicht so klein, aber bei der Ortsrunde finde ich keinen Hinweis auf irgendeine Unterkunft mit Ausnahme der Hinweistafel auf einen Campingplatz, aber das ist nur eine Notlösung – ich bin mir nicht sicher, ob meine Ausrüstung für die doch kühleren Nachttemperaturen hier in den Bergen ausreichend ist. Hier gibt es keine Infostelle, in einem Reisebüro werde ich aber auf zwei Übernachtungsmöglichkeiten hingewiesen, die erste ist schon voll (oder will nicht vermieten), die zweite ist im besten Restaurant des Ortes, aber preisangemessen und komfortabel. Abendessen gibt es in der Fastfood-Pizzeria bei der Ortseinfahrt – war aber nicht sehr aufregend, zudem recht teuer – ich sollte wieder auf die landesübliche Kost umsteigen. |
Ganz schön frostig hier in den Bergen am Morgen – gut, dass ich nicht gecampt habe. Beim Kartenstudium am Frühstückstisch fällt mir eine weiß eingezeichnete Verbindungsstraße über Fontelas zur Hauptstraße auf, mit Hilfe derer ich ein Stück abkürzen könnte – allerdings rät mir die Wirtin davon ab, weil die Straße zu schlecht sei.
Nach 31 km ist ein schön gelegener Stausee erreicht, dessen Buchten wie gewohnt alle abgeradelt werden. Auf dem Südufer des Sees ist noch Nadelwald, sonst wird die Gegend zusehends kahler und bald sieht man die riesige Staumauer des größeren Sees „Barragem do Rabagao“ und es geht auf einem Kilometer steiler bergauf. Mit Erreichen des Seeniveaus (51 km) und dem Wind im Rücken beginnt dann eine flotte Fahrt, nur unterbrochen von einer kurzen Einkehr in einem Rasthaus (es ist Wochenende und die spärlichen Einkaufsmöglichkeiten müssen genutzt werden). Drei Stück frischen Gebäcks müssen für die Weiterfahrt reichen. |
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Hier ist man wirklich im portugiesischem Outback, ich habe die Straße für mich alleine. Ganz sanft wird ein kleiner Pass erreicht und dann beginnt eine lange Abfahrt – die fast baumlose Umgebung verödet für einen kurzen Abschnitt zu einer richtigen Steinwüste, aber im Tal des Rio Terva wird es gleich wieder grün. Noch eine kurze Steigung über die nächste Hügelkette und ich befinde mich im breiten Tal des Rio Tamega und folge dem Flusslauf bis in die größere Stadt Chaves (111 km) – eine nette Altstadt gruppiert sich um die Burg.
In einer weiten Schleife führt die Straße in das felsige Tal, überquert den Fluss und steigt dann am Gegenhang sofort an. Zu meiner Überraschung ist am Ortsende von Rebordelo (141 km) ein großes Hotel, wo ich meinen Nachmittagskaffee trinke und ein Eis esse – der Wirt unterbricht sogar die Betrachtung eines live übertragenen Fußballspiels, um sich nach meiner Tour zu erkundigen – auf Französisch können wir uns ganz gut verständigen.
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Auch Braganca liegt nicht am Talgrund und so geht es einmal ein Stück bergab, bis ein Flusstal erreicht ist, die Straße nach Spanien folgt kilometerlang dem Fluss. Ganze Horden von Rennradlern kommen mir entgegen, alle freundlich grüßend. Noch durch zwei kleine Ortschaften und dann steigt die Straße aus dem grünen Tal hoch in karstige baumlose Hügel. In dieser Öde liegt die ehemalige spanische Grenzstation und nach dem ersten Ort im Nachbarland Calabor, der einen ziemlich verlassenen Eindruck macht, geht es lang bergauf.
Wieder finde ich zielsicher eine Bäckerei – nur die Tiefkühlpizza, die für mich aufgewärmt wird, ist unverschämt teuer (10 Euro). Dafür habe ich ein nettes Gespräch mit einem spanischen Pärchen, dass sich zu mir setzt und Näheres über meine Reise erfahren möchte. Vorher noch ein paar Kilometer auf der Hauptstraße, dank der Autobahn auch hier kaum Verkehr. Die Radarkontrolle der Straßenpolizei betrifft mich nicht, ich werde wieder nur freundlich gegrüßt. Nach der Abzweigung bei Palacios muss ich mir die Straße nur mit Motorradfahrern teilen, die hier ihre Maschinen voll ausfahren – für mich bremsen sie beim Überholen aber alle brav ab, sind halt wie die spanischen Autofahrer gut erzogen. Eigentlich hätte man die Straße 125 ruhig ein Stück weiter östlich führen können, dort dürfte es nämlich flacher sein – hier merkt man doch die Ausläufer der Berge. Die wenigen Siedlungen machen einen ziemlich verlassenen Eindruck, nach einem kleinen Pass geht es dann flott hinab ins nächste Tal – dem Flusslauf des Rio Eria folgt man aber nur kurz. Eine über lange Strecken schnurgerade Straße leitet den Radler dann nach La Baneza, dem logischen Etappenort. Campingplatz gibt es hier nach Auskunft der Polizisten, die bei der Autobahnausfahrt kontrollieren, nicht, aber mir fällt ein Rasthaus mit riesigem Parkplatz auf, das auch Zimmer anbietet – fragen kann man mal. Die sehr schönen Zimmer sind günstig und das rund um die Uhr geöffnete Rasthaus sichert mir auch die Nahrungsmittelversorgung – ich bleibe gleich dort, esse noch zu Abend (Essen hat halt Autobahnrasthausqualität...) und widme mich dann den Übertragungen der spanischen Fußballliga. Dank der aufwendig gedichteten Fenster höre ich die Autobahn, nur hundert Meter von meinem Fenster entfernt, gar nicht. |
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Schon beim Kartenstudium am Frühstückstisch habe ich beschlossen, den Großraum Leon (obwohl diese Stadt sicher interessant wäre) südlich zu umfahren und meine Aufmerksamkeit der in meinem Reiseführer als sehenswert klassifizierten Kirche „Monasterio San Miguel“ zu schenken. Bis in den nächsten größeren Ort Santa Maria geht es auf der schnurgeraden Hauptstraße mit erträglichem Verkehr, am Ortsende beschließe ich, Obst einzukaufen, um der drohenden Skorbut-Gefahr zu entgehen – ein paar Vitamine wären nicht schlecht. Am Straßenrand auf einer Bank vor einer Bank verzehre ich schlechte Äpfel und hervorragende Birnen und widme mich dann dem Abstrampeln von vielen Kilometern in recht öder Landschaft – rechts Felder, links Felder, nur ganz in der Ferne im Norden sind die Berge zu erkennen, die ich heute noch erreichen möchte.
Nach 5 km treffe ich dann bei Mellanzanos auf eine größere Straße, die bald wieder in das Flusstal zurück abfällt – die gerade erarbeiteten Höhenmeter waren eine Fleißaufgabe. Allerdings hat man von der Hügelkette einen schönen Ausblick auf die Berge – die Gipfel noch schneebedeckt. Eine schöne, autofreie Landstraße führt am Westufer des Rio Esla in nördlicher Richtung durch verschlafene Dörfer – meine Hoffnung auf ein geöffnetes Gasthaus wird in jedem Ort enttäuscht, abschnittsweise lässt auch die Asphaltqualität zu wünschen übrig. Schon ziemlich hungrig erreiche ich dann die Hauptstraße kurz vor Cistierna (107 km), hier gibt es doch eine größere Auswahl an Restaurants – ich treffe eine gute Wahl in einem Hotelrestaurant in einer Seitengasse und genieße für 9 Euro ein gute Menü mit Fisch als Hauptgang.
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Gut, dass ich nicht im Zelt übernachtet habe, hier in der Höhe ist es am Morgen ziemlich frisch, kurz überlege ich sogar, die Knielinge und Langfingerhandschuhe überzustreifen, auch, weil es die ersten Kilometer entlang des Stausees steigungsfrei flott dahingeht.
Schon weit vor der Passhöhe „Puerto de Panderruedas“ (23 km, 1450 Meter hoch) verflacht die Straße und der letzte Kilometer kann zügig zurückgelegt werden. Die glasklare Luft garantiert einen weiten Fernblick, die Gipfel sind schneebedeckt, weiter unten ist alles grün, eine schöne Landschaft. Auf der Passhöhe beginnen Fußwege, Tische und Bänke sind aufgestellt und auch der große Parkplatz lässt ahnen, was hier zur Hauptsaison los sein wird. Ich widme mich der flotten Abfahrt hinunter nach Posada und verliere ordentlich Höhenmeter. Hier haben auch noch viele Betriebe geschlossen, aber auf dem kleinen Hauptplatz gibt es auch ein Hotel mit Restaurant – egal, wäre gestern zu weit gewesen. Der weitere Wegverlauf ist für einen Moment unklar – erst nachdem ich Bauarbeiter nach dem richtigen Weg gefragt habe, plage ich mich mit dem Rad über einen einspurigen, schlecht asphaltierten Weg weiter in Richtung des nächsten Passes. Und nach den letzten Häusern wird der Weg brutal STEIL (auf meiner Karte sind 7 % verzeichnet – ein Scherz - nach meinem Tacho waren es auf dem steilsten Stück knapp 20 % !). Mit der kleinstmöglichen Übersetzung quäle ich mich und mein Equipment über die einspurige, verkehrsfreie Straße immer höher in Richtung der nächsten Ortschaft und gewinne natürlich rasch an Höhe. In Marina de Valdeon gibt es am Gegenhang auch einen Campingplatz, auch der hat noch geschlossen. Noch ein kurzes Stück am Ortsende wieder extrem steil hoch und dann „normalisiert“ sich die Straße zu einer zweispurigen Landstraße, die gemütlich in weiten Kehren weiter nach oben zieht (hier dürften die 7 % Steigung stimmen).
Wieder folgt eine flotte Abfahrt, weiter unten ist die Landschaft um einiges karger als im Hochtal von Posada und nach ein paar Kilometern erreiche ich bei Portilla die Hauptstraße, die durch eine wildromantische Schlucht wieder langsam ansteigt. Obwohl die Straße Nr. 621 auf meiner Karte als rote Straße verzeichnet ist, fährt hier kaum ein Auto – diese Route ermöglicht aber auch nicht ein rasches Fortkommen mit einem solchen – zum Radfahren ideal. |
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Oben wieder ein Rastplatz und ein toller Blick, den man im Wissen, dass es jetzt bis auf Meeresniveau bergab geht, noch besser genießen kann. Knapp unterhalb der Passhöhe steht ein Denkmal in Gestalt einer Gämse, wird hier in der Gegend schon welche geben. Und dann werden gnadenlos Höhenmeter vernichtet – unzählige Kurven perfektionieren die Technik, nur auf den manchmal etwas holprigen Belag mit Schlaglöchern muss man aufpassen. |
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Ein freundlicher alter Herr führt eine schöne und preiswerte Pension an der östlichen Ortsausfahrt (deutlich preiswerter als das gegenüberliegende Hotel) und bietet noch ein besonderes Service: Waschmaschine + Trockner! Mit den 3 Euros, die ich ihm für die Benutzung derselben gebe, ist er hochzufrieden und führt mich noch persönlich (nachdem ich ihm nach einem Internet-Cafe gefragt habe) in die örtliche Bücherei, wo man gratis (!) einen PC benutzen kann. Noch ein paar Lebensmittel im Supermarkt eingekauft und damit ist gleich Abendessen und Frühstück gesichert (nur die Müsli-Vorräte werden weiter angeknabbert...). |
Der Ort ist voller Geschäfte – ich will aber möglichst wenig Zeit mit individuellen Suchaktionen vertrödeln und beschließe, jemanden nach einer Buchhandlung zu fragen. Dazu wende ich mein bewährtes Auswahlverfahren an: nicht zu alt, halbwegs intelligent aussehend, aber auch nicht zu jung – weil die wenigsten Spanier unter 20 (zumindest die ich getroffen habe) können Fremdsprachen. Und ich werde gleich beim ersten Versuch glücklich: der ältere Herr spricht sogar etwas Deutsch (da er in Deutschland gearbeitet hat) und lässt es nicht bei einer Wegbeschreibung, er will mich persönlich führen – nur scheint er selbst noch nicht so genau zu wissen, wo es Landkarten gibt. Er besteigt seine Vespa, ich hinterher, er fragt ein paar Personen und nach gewagten Links-Rechts-Kombinationen auf legaler und illegaler Strecke ist schließlich eine Buchhandlung gefunden, wo ich zwei Michelin-Karten erstehe. Ich bedanke mich für die Führungsarbeit, werde mit den besten Wünschen für die Weiterfahrt entlassen und finde mich etwas orientierungslos im Gassengewirr – warum nicht den Streifenpolizisten nach dem Weg fragen, der da vorne mit der Schulwegsicherung beschäftigt zu sein scheint. Der spricht zwar kein Englisch oder Französisch, aber sein Kollege auf der anderen Straßenseite kann ein paar Brocken Englisch. Nachdem ich ihnen auf der Karte gezeigt habe, welche kleine Straße ich suche, folgt eine kurze Beratung der Ordnungshüter und dann verliert der Schulweg seine Priorität – ich soll ihrem Streifenwagen folgen. Gut – es geht wieder rechts, links, durch die Stadt, in Kreisverkehren hält das Polizeiauto so den Verkehr auf, dass ich – obwohl ich Nachrang habe – ohne Anhalten einfahren kann – ich komme mir richtig privilegiert vor. Nachdem wir den südöstlichen Teil von Torrelavega vollständig abgefahren sind, hält das Auto vor einer Straßenkreuzung an und meine beiden Polizisten beraten sich wieder. Ich mische mich insoferne ein, als ich noch einmal kundtue, dass ich gerne die gelb eingezeichnete Nebenstraße in Richtung Renedo fahren würde und so den Großraum Santander umfahren will – die Beratung dauert aber an, obwohl ich eigentlich glaube, da vorne links auf der gewünschten Straße zu sein. Ich habe aber nicht mit der umfassenden Betreuung der Polizei gerechnet: die Straße da vorne sei „bad“, viel besser ist eine andere Straße, zu der ich geleitet werden würde. Also setzt sich der Streifenwagen wieder in Bewegung, ich hinterher. Wieder wird der Verkehr für mich gestoppt, natürlich darf ich auch die (mit einer Tafel ausdrücklich für Radler gesperrten) Unterführungen benutzen, nur das Blaulicht wird für mich nicht eingeschaltet. Nach ein paar Kilometern hab ich dann Torrelavega vollständig umrundet und finde mich auf der Einfallstraße wieder, auf der ich vor einer Stunde in die Stadt geradelt bin – hier wollte ich eigentlich nicht fahren. Aber wer weiß, wie viele Kinder wegen des verwaisten Schulwegs schon wegen mir geopfert wurden, jetzt kann ich nicht mehr zurück. An der Kreuzung nach Santillana hält dann das Auto und der Englisch sprechende Polizist erklärt mir, dass er – da er der Stadtpolizei angehört – ab hier nicht weiterfahren darf, ich solle geradeaus auf der Hauptstraße nach Santander radeln. Obwohl der Weg angesichts der riesigen Wegweiser und auch sonst nicht zu verfehlen ist, wird mir noch eine rasch angefertigte Skizze übergeben, damit ich nur ja die Hauptstraße finde. Dann werde ich mit Handschlag und Wünschen für gute Weiterfahrt aus der Obhut der Polizei entlassen. Auf der verkehrsreichen Straße Nr. 611 direkt nach Santander hadere ich etwas mit dem gut gemeinten Service der Polizisten – das hätte ich einfacher haben können, immerhin habe ich aber die Landkarten besorgt. Bald erreiche ich das übliche Industrie- und Gewerbegebiet am Stadtrand, orientiere mich in Richtung Hafen, da es eine Fähre nach Pedrena auf der anderen Seite der Bucht geben soll und ich mir so wenigstens die Stadtausfahrt und die Umrundung der Bucht von Santander ersparen kann.
5,60 kostet die Überfahrt für mich und das Rad, vom Boot aus hat man noch schöne Ausblicke auf die Halbinsel und die Hausstrände von Santander. Gut ausgerastet geht es wieder mit viel weniger Verkehr auf der anderen Seite der Bucht auf der Straße Nr. 141 weiter, Steigungen natürlich inbegriffen, die Route führt quer durch die Hügel und nur selten wird das Meer sichtbar. Wieder ist auf meiner Karte eine Sehenswürdigkeit verzeichnet und ein Stück abkürzen kann ich so auch – ich radle auf kleinen Nebenstraßen über Escalate direkt zu dem kleinen Kloster „Convento de Monte Hano“, direkt am Meer gelegen. Das Kloster liegt zwar schön, ist aber verschlossen und so bleiben mir seine eventuell vorhandenen Schönheiten im Inneren verborgen. Ich umrunde die große Bucht, die sich zwischen den fast (aber eben nur fast) zusammengewachsenen Orten Santona und Laredo erstreckt. Hier in Laredo scheint es zur Hochsaison etwas mehr Tourismus zu geben, zumindest sieht man etliche der in Spanien üblichen scheußlichen mehrgeschossigen Appartementbauten, aber kein Vergleich etwa zum Großraum Malaga.
Immerhin kann ich Tisch und Sessel im Restaurant benützen und so Brot und Käse in halbwegs bequemer Haltung verzehren – mit Einbruch der Dunkelheit verziehe ich mich ins Zelt und schlafe sofort ein (mich hat die Autobahn in der Nähe des Campingplatzes eigentlich nicht gestört). |
| CASTRO URDIALES - ZARAUTZ |
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Kurz nach dem Ort kann ich für die Auffahrt in Richtung Lekeitio zwischen zwei Straßen wählen, die oben auf einem kleinen Sattel wieder zusammentreffen. Wieder sammelt man eifrig Höhenmeter bis die BI 2238 bei Lekeitio (97 km) die Küste erreicht. Obwohl schönes Wetter, ist es hier am Meer ziemlich dunstig. Ein ausgesprochen netter Ort mit einer überdimensionierten Kirche – am Hafen haben nur wenige Lokale geöffnet, ich finde, dass ich mir ein Mittagessen verdient habe. Natürlich gibt es Fisch als Hauptgang und ein angenehmes Gespräch mit einer Frau aus Barcelona, die gut Englisch spricht und mich mit Tips für die Weiterfahrt versorgt, die sich in Barcas Umgebung noch als sehr brauchbar herausstellen sollten.
Hier gibt es eine Küche und der nächste Eroski ist auch nicht weit – Entscheidung schon gefallen. Neben dem Supermarkt gibt es sogar einen Bioladen, wo ich ein Paket Vollkornnudeln Soja-Dessert und sauteures Müsli erstehe. Leider muss ich für das Sugo doch in den riesigen Markt, aber dort bekomme ich auch eine Speicherkarte für meine Digicam – das Rad kann ich einstweilen im Bio-Laden lassen. Nach dem Shopping vertilge ich meine 250g Vollkornnudeln und als Getränk gibt es diesmal hausgemachten Sidre, den ich von der Vermieterin kaufe – ein gelungenes Abendessen. |
| ZARAUTZ - AURITZ |
Ich muss mich aber auf den Verkehr konzentrieren, der hier trotz oder wegen der Autobahn mit einer Ab- und Auffahrten ziemlich heftig ist. Einen Straßentunnel muss ich umfahren (ist aber problemlos möglich) und dann folgt noch die öde Umfahrung von Irun – die Straße über den Mount Jaizkibel wäre hier sicher die attraktivere Alternative, es bleibt mir verschlossen, warum auf der Michelin-Karte auch die Staatsstraße die Markierung „landschaftlich besonders schön“ erhalten hat. Bei der ehemaligen Grenzstation zu Frankreich kann ich dann wieder auf eine Nebenstraße abzweigen – zuerst muss ich noch durch das Siedlungsgebiet von Hendaye um Richtung Küstenstraße zu gelangen. Und diese entschädigt dann wieder für die letzten Kilometer: direkt auf der (nicht sehr hohen) Steilküste mit schöner Aussicht auf den Atlantik geht es bergauf und bergab dahin, leider ist die „Corniche Basque“ nicht sehr lang und so senkt sich die Straße bald wieder hinab zur Bucht von St. Jean-de-Luz (62 km), auch ein netter Ort mit renovierter Altstadt direkt am Hafen.
Bei Itxassou finde ich nicht die Abzweigung zur Straße 349 neben dem Fluss, lande wieder auf der Hauptstraße und muss zur Strafe einen ziemlichen Hügel hochtreten – ab da folgt die Straße dann aber immer brav dem Lauf des Flusses Nive. Auf dem kann man offensichtlich auch gut Kajakfahren und Raften – Bootsvermieter bietet direkt neben der Straße ihre Dienste an. Obwohl auf der Michelin-Karte rot eingezeichnet, ist auf der D 918 kaum Verkehr, es geht kilometerlang fast eben dahin und so ist der Hauptort der Gegend, St. Jean-Pied-de-Port (124 km) rasch erreicht. Hier treffe ich wieder auf den Jakobsweg und im verkehrsfreien Zentrum ist entsprechender Rummel – der beschert mir aber auch eine Auswahl an Konditoreien und ich kann eine vorzügliche Jause mit den Kuchenspezialitäten der Gegend genießen – fasten sollen die Pilger... Mit denen teile ich aber mein nächsten Vorhaben – es geht über den historischen Pass „Puerto de Ibaneta“ zurück nach Spanien. Die letzten Kilometer in Frankreich sind noch recht flach, die ehemalige Grenze wird heute nur mehr durch eine Tafel und ein Einkaufszentrum markiert. Zurück in Spanien geht es dann aber kontinuierlich bergauf – hier in den dichtbewaldeten Bergen wohnen kaum Menschen und auch ich habe die Straße für mich allein.
Und kurz danach eine rettende Quelle (meine Flasche war wegen der schweißtreibenden Auffahrt schon lange leer). Roncenvalles besteht eigentlich nur aus Kirche, Kloster und Hotel und trotzdem ist hier gehöriger Rummel – von meiner ursprünglichen Absicht, einmal in einer Pilgerherberge zu übernachten, nehme ich rasch Abstand, nachdem ich einen Blick in diese geworfen habe – die Stockbetten erinnern mich zu sehr an eine Militärunterkünfte, da ziehe ich noch mein Zelt vor. Das komfortablere Hotel ist ziemlich teuer und außerdem schwirren überall Horden von Pilgern herum, Plastik-Jakobsmuscheln in poppigen Farben am Pilgerstock, wahrscheinlich gibt es irgendwo schon ein „Pilger-Set“ von Vaude oder Salewa zu kaufen – irgendwie fühle ich mich hier trotz der zweifellos vorhandenen Spiritualität des Ortes (vielleicht auch mangels religiöser Gefühle...) nicht so richtig wohl. Gleich in der nächsten Ortschaft Auritz gefällt es mir viel besser und ich finde auch auf Anhieb ein ausgesprochen nettes Quartier in einem uralten, innen jetzt von einem Künstlerehepaar aus Barcelona neu renovierten Steinhaus, auch zu Abend essen kann ich hier. Überall im Haus und auch in den Zimmern hängen selbst gemalte Bilder. Vor dem sehr guten Abendessen spaziere ich noch ein bisschen durch den Ort. |
| AURITZ - SABINANIGO |
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Gut, dass es direkt an der Straße ein Restaurant gibt – nur komisch, dass trotz des schönen Wetters niemand im Freien sitzen will – innen im Lokal sind viele Tische besetzt, draußen wird gar nicht serviert. Also esse auch ich mein Menü indoor und stärke mich so für die kommenden Kilometer gegen den Wind – das Buschwerk ringsum bietet kaum natürlichen Schutz. Ab Puente la Reina wird der Wind merkbar schwächer – ich habe aber mit einem anderen Problem zu kämpfen – meine SPD-Platten lösen nur äußerst unwillig und hakelig aus. Das muss geändert werden – in Jaca, einer größeren Stadt wieder in ziemlicher gebirgiger Landschaft (die auf dem Pyrenäen-Hauptkamm verlaufende Grenze zu Frankreich ist nur 20 km entfernt), finde ich in einem kleinen Park einen Brunnen und eine Bank daneben – ideale Voraussetzungen für Reparaturarbeiten. Während um mich spielende Kinder toben, schraube ich die Platten – die sich ja hauptsächlich einseitig abgenutzt haben - ab und auf den anderen Schuh drauf und kann mir anschließend gleich die Hände säubern und die Flasche anfüllen. In der Fußgängerzone gibt es auch ein Internetcafe – von meinem Platz habe ich direkten Blick auf das geparkte Rad. Nach kurzer Sitzung geht es aber schon weiter – übrigens: von den vormals zwei Campings in Jaca hat das an der östlichen Ortsausfahrt gelegene geschlossen, die Anlage verfällt. Ein Stück werde ich heute noch fahren – schon ein paar Kilometer vor Sabinanigo kann ich von der Hauptstraße abzweigen und erreiche das Städtchen auf einer kleinen Nebenstraße – es gibt hier doch eine gewisse Auswahl an Quartieren – den auf meiner Michelin-Karte eingezeichneten Campingplatz suche ich nicht besonders intensiv und finde ihn daher auch nicht – aber es bietet sich eine hervorragende Alternative in einer Seitengasse. Supermarkt ist nur 100 Meter entfernt und im Innenhof gibt es ein leckeres Abendessen mit gekühltem Bier, Brot und spanischem Käse in Gesellschaft eines Papageis, der sich in seinem (meiner Meinung nach viel zu kleinen Käfig) immer wieder krächzend bemerkbar macht. |
| SABINANIGO - BENABARRE |
Wieder richtig alpine Landschaft dann oben auf dem Pass „Perto del Sarrablo" (52 km), immerhin fast 1300 Meter hoch und dann eine lange Abfahrt hinunter bis Ainsa (72 km), dem Verkehrsknotenpunkt der Gegend. Der Ort selbst gibt nicht viel her, hat aber eine Bäckerei... Während dem Essen studiere ich die Karte und es fällt der Entschluss, Richtung Süden nicht die Hauptstraße A 138 zu nehmen, sondern mich durch die Pampa auf weißen Straßen durchzuschlagen – sicher verkehrsfrei und wahrscheinlich auch landschaftlich interessanter. Also ein paar Kilometer auf der stärker befahrenen N 260 und dann nach der Abzweigung steil bergauf in ein Talbecken. In Tierrantona würde ich gerne meine Wasserflasche nachfüllen – am ausgestorbenen Dorfplatz gibt es aber diesmal keinen Brunnen. Die Bewohner sind entweder weggezogen oder halten Siesta – erst nach einigem Herumirren finde ich die einzige geöffnete Bar und gezählte fünf Polizeiautos davor – die Ordnungshüter haben sich aber hier nur getroffen, um gemeinsam ein Autorennen im TV zu sehen.
Sie passt sich perfekt dem Gelände an und führt in weitem Bogen immer in der Nähe des Kamms oder auf ihm, verengt sich aber bald zu einer Spur (und die hat noch ziemlich miesen Asphalt), sodass ich das Rad nicht richtig laufen lassen kann. Plötzlich die nächste Überraschung – die richtige Abfahrt in das weite Tal des Rio Esera erfolgt dann auf einer breiten, neu asphaltierten Straße – auch hier kein Verkehr. Trotz der recht hohen Geschwindigkeit, die man hier erzielen kann, lohnt sich ein kurzer Blick in die herrliche Umgebung – man fährt hier wie auf einem Aussichtsbalkon und hat tollen Ausblick – immerhin sind die höchsten Pyrenäengipfel nur wenige Kilometer entfernt. Der Weg über den Hügel hat einige Kalorien gekostet – gut, dass in Graus (121 km) direkt an der Straße so eine Art Schnellimbiss etabliert ist – in dieser Gegend muss man Gelegenheiten nutzen, in den halbverlassenen Dörfern gibt es bestenfalls eine Bar, Lebensmittelgeschäfte oder gar Restaurants sind äußerst rar.
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| BENABARRE - SOLSONA |
Angesichts des Regens habe ich es nicht sonderlich eilig, aber irgendwann muss es sein: ich bewaffne mich also mit Regenjacke und kurzer Regenüberhose und unten die Überschuhe und rolle aus der kleinen Hotelgarage – siehe da, der Regen hat fast aufgehört und zumindest im Süden lockern die Wolken fast auf. Da in östlicher Richtung weiter dunkle Wolken sind, verwerfe ich meinen ursprünglichen Plan und beschließe, den Schlechtwetter nach Süden auszuweichen.
Die letzten Kilometer nach Balaguer (62 km) sind wieder leicht bergab – sehr angenehm. Im ganz netten Zentrum finde ich nahe des Hauptplatzes ein Internet-Cafe und in einer Seitengasse eine Bäckerei mit salzigem und süßem Angebot – was braucht man mehr? Aber noch scheint hier die Sonne, ich habe Wind von schräg hinten und radle auf breiter Straße in nordöstlicher Richtung wieder auf die Berge zu. Hinter Cubells bilde ich mir ein, den Hinterreifen nachpumpen zu müssen – keine gute Idee hier am Straßenrand, weil meine Topeak-Pumpe, die mich bisher noch nie im Stich gelassen hat, diesmal keine Luft in den Schlauch befördert, sondern beim Ansetzen den gegenteiligen Effekt zeigt. Vorerst schiebe ich die Schuld aber auf das Ventil und möchte einen neuen Schlauch einziehen – also Gepäck runter, Rad in den Straßengraben gelegt und Hinterrad ausgebaut. Ein Auto bleibt stehen und die Insassen bieten mir Hilfe an – ich gebe aber zu verstehen, dass ich zurecht komme. Etwas voreilig, denn auch den neuen Schlauch kann ich nicht aufpumpen – also ein komplettes Pumpenservice am Straßenrand, ich zerlege die Pumpe, reinige alle Teile und baue sie neu zusammen – siehe da, sie funktioniert wieder. Endlich geht es bis zur nächsten Unterbrechung in Ponts (103 km) weiter, hier trinke ich einen schnellen Kaffee und die Serviererin erkundigt sich nach meiner Weiterfahrt. Radebrechend gibt sie mir zu verstehen, dass ich nach Solsona nicht weiter auf der Hauptstraße bleiben soll, sondern über Biosca radeln soll. Ich kann die Sinnhaftigkeit dieses Ratschlags nicht nachvollziehen, da bisher auf der Hauptstraße C 14 eigentlich erträglicher Verkehr war, fahre dann doch auf die C 1412, immerhin genieße ich durch die leichte Richtungsänderung vorerst perfekten Rückenwind.
Für ein paar Minuten fängt es jetzt an stärker zu regnen, aber ich bin schon in Sicherheit und kann mich unterstellen. Als es wieder nur mehr tröpfelt, rolle ich einmal um das Zentrum herum auf der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten. Habe ich bisher fast immer etwas Ansprechendes auf Anhieb gefunden, so scheint sich diesmal die Suche etwas schwieriger zu gestalten – ich entdecke zwar eine Pizzeria und ein China-Restaurant, aber außer einer kleinen Pension in einer Altstadtgasse und einem sichtlich sündteurem Hotel ist hier im Zentrum nichts. Erst an der Ausfallstraße Richtung Barcelona gibt es zwei weitere Hotels – erstaunlicherweise ist das schäbiger aussehende teurer und so ist auch diese Entscheidung rasch gefällt. Und es trifft sich hervorragend, dass unweit vom Hotel auch ein Bikeshop etabliert ist, der freundliche Besitzer ist von meiner Tour ganz angetan und stellt mir eine Standpumpe mit Manometer zur Kontrolle des richtigen Reifendrucks zur Verfügung. Ein paar Meter weiter bin ich dann im China-Restaurant der erste Gast des Abends, das Essen war eine Abwechslung und auch reichlich, aber ich kenne bessere China-Restaurants. |
| SOLSONA - CALDES über MONTSERRAT |
Habe ich bisher so manche Sehenswürdigkeit für mich alleine gehabt, so ist hier alles anders. Obwohl wochentags ist ein ziemlicher Rummel in der Anlage – das Kloster (welches meiner bescheidenen Meinung nach zwar außerordentlich schön liegt, aber architektonisch nicht sehr viel hergibt) ist nicht nur per Auto und Bus, sondern auch mit Seil- und Zahnradbahn erreichbar und es gibt eine Auswahl an Self-Service-Gaststätten, Restaurants und die unvermeidlichen Souvenir-Shops. Die Jugendlichen, die hier klassenweise heraufgetrieben worden sind, interessieren sich vorwiegend für ihre Flirts und ihre Handys und so ist in der eigentlichen Klosteranlage wieder erstaunlich wenig los. Ich kann das bepackte Rad unbehindert bis vor die eigentliche Kirche schieben und mache eine Schnellbesichtigung. Jedenfalls harmoniert die gesamte Anlage mit den Felsen ringsum, deren Farbe und Form mich an die Meteora-Klöster in Griechenland erinnert und sie ist – so wurde ich von meiner Gesprächspartnerin vor ein paar Tagen in Lekeitio informiert - ein wichtiges nationales Symbol für die Katalanen – angeblich wurden die Mönche hier sogar während der Franco-Zeit in Ruhe gelassen.
Caldes de Montbui (130 km) ist zwar kein besonders historisch wertvolles Städtchen, trotzdem gibt es auf vielen Straßen – unter anderem auch leider auf der zum Campingplatz führenden – schlechtes Kopfsteinplaster. Der Campingplatz liegt am nördlichen Ende der Stadt am Fuß der grünen Hügel und ist großteils von Dauercampern belegt. Jetzt im Mai ist aber noch absolut nichts los, zwei Autoreisende aus den Niederlanden und ich sind die einzigen Gäste, mangels solcher hat auch das Restaurant und der Laden nicht geöffnet. Ich muss daher nach dem Zeltaufbau wieder über das ungeliebte Kopfsteinplaster zwei Kilometer zurück in das Ortszentrum, finde dort aber ein nettes Lokal wo ich draußen sitzend ein recht preiswertes und schmackhaftes Kartoffelgericht zum Abendessen verspeisen kann. Es ist schon dunkel, als ich wieder in Richtung Camping zurückrolle, meine Notbeleuchtung tut gute Dienste. |
| CALDES DE MONTBUI - CASTELLDEFELS |
Die 12 km bis Villafranca auf der Nordseite der Autobahn sind dann weniger attraktiv, dafür sieht man die Felszacken des Montserrat-Massivs von der anderen Seite. Überall intensiver Weinanbau und die Straße steigt leicht aber stetig an – Villafranca (100 km) liegt doch wieder etwas höher. Der Lohn ist dann die Abfahrt auf der C 158 hinunter zum Meer, hier ist es schön zu fahren, die letzten Kilometer werden wieder entlang eines Flusses zurückgelegt und schon lange vor Sitges (120 km) kann man das Meer riechen. Angeblich ist der Ort ein Hotspot für Homosexuelle, ich merke davon nichts. Ab hier beginnt dann eine wunderschöne kurvige Straße manchmal hoch über dem Meer entlang der Steilküste – leider auch hier viel Verkehr. Eine Sünde, ausgerechnet in diese malerischen Gegend eine Industrieanlage in eine Bucht zu klotzen (kurz vor Castelldefels). |
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Für heute Nacht nehme ich gerne die Einladung eines hier in Castelldefels lebenden Radlerkollegen aus Deutschland an und verbringe noch einen netten Abend mit seiner Familie. FLUGHAFEN BARCELONA Da mein Quartiergeber beim Flughafen beschäftigt ist, habe ich einen fachkundigen Führer und erreiche den Terminal über autolose Nebenwege, sind nur ein paar Kilometer dorthin. Am Flughaben Barcelona herrscht wegen Umbauarbeiten ziemliches Chaos, dass sich auch insoferne auswirkt, als zwar mein Gepäck, nicht aber das Rad in Bratislava ankommen (Happy End der Geschichte: es wurde mir zwei Tage später von dem mehrmals täglich verkehrenden Flughafenbus nach Wien mitgenommen und ich konnte es mir unbeschädigt abholen). Ich habe Wien mangels Rad mit dem Bus erreicht... |