Am 12. 5. geht es los! Meine Jordanien Reise beginnt endlich! Um 14.45 hebe ich mit
einem Airbus von Royal Jordanien in Wien-Schwechat ab. Der etwas über 3
Stunden dauernde Flug verläuft größtenteils ruhig und um 19.10 Ortszeit (MESZ + 1 Std.) lande ich planmäßig am Queen Alia Airport bei
Amman. Vom Veranstalter (Hofer
Reisen), wurde zwar ein Gruppenvisum beantragt, damit die Passkontrolle schneller geht, dennoch dauert es einige Zeit bis wir diese
absolviert haben und das Gepäck in Empfang nehmen können. Per Bus fahren wir dann in die Stadt, zum San Rock International Hotel, das
unser Quartier für die ersten vier Nächte sein wird.
Den ersten Tag der Rundreise beginnen wir mit einer kleinen Rundfahrt durch das Villen- und Botschaftsviertel Ammans. Vorbei an
prächtigen Sandsteinbauten, unter anderem auch an der schwerstens bewachten amerikanischen Botschaft, führt der Weg, bevor wir die Stadt
in Richtung Osten zu den omaijadischen Wüstenschlössern verlassen. Als erstes besuchen wir das Qasr-al-Harrana. Bei der Ankunft ist der
erste Eindruck enttäuschend: ein schmuckloses quadratisches Bauwerk steht einsam in der Wüste und wartet auf Besucher! Bei der
Innenbesichtigung kann man dann zwar vermuten, dass die Räume einst reichhaltig und detailgenau ausgestattet waren, wirklich erkennbar
ist das aber nur noch an wenigen Stellen. Nächstes Ziel ist das Qasair Amra. Wieder das selbe Bild: völlig unscheinbar steht das
Schlösschen in der Wüste! Doch diesmal sieht man wenigstens im Innenraum warum es als die "Perle der omaijadischen Wüstenschlösser"
bekannt ist: teilweise noch sehr gut erhaltene Deckenfresken mit Darstellungen von Mensch und Tier laden zu längerem Betrachten ein.
Als letztes besuchen wir dann noch das Qasr al-Azraq. Der dunkle Basaltsteinbau ist eigentlich nur noch ein Trümmerhaufen, bezieht
seine Bedeutung allerdings aus der Geschichte: bereits im 3. Jh. soll hier der römische Kaiser Diokletian
zwei Nächte verbracht haben und Lawrence von Arabien bereitete
sich hier im Winter 1917 auf seinen Sturm auf Damaskus vor. Nach einer kurzen Mittagspause fahren wir zurück nach Amman, wo wir noch
den Zitadellenhügel besichtigen. Von hier aus begann einst die Besiedelung der Stadt, die um 1900 ca. 2000, um 1940 ca. 40.000, heute
über 2 Millionen Einwohner hatte bzw. hat. Jedenfalls zeugen auf der Anhöhe zahlreiche Ausgrabungen, darunter Überreste eines
Omaijadenpalastes von enormen Ausmaßen, eine byzantinische Kirche und römische Tempelanlagen, von der früheren Bedeutung dieser Stätte.
Zusätzlich befindet sich hier auch noch ein archäologisches Museum, das wir natürlich auch kurz durchforsten. Doch egal was sich hier
alles an historischen Ruinen befindet, mich persönlich beeindruck am meisten die riesengroße jordanische Flagge, die über einen
angrenzenden Hügel weht. Zum Abschluss geht es dann noch mal raus aus der Stadt zu der ehemaligen Karawanserei Kan Zaman, in der einst
die Mekka-Pilger Zwischenstation machten und wo heute ein Nobelrestaurant und - natürlich auch - Souvenirshops untergebracht sind. Damit
ist dann der erste Tag auch schon wieder gelaufen und es geht zurück ins Hotel.

Qasr al-Harrana / Qasair Amra / Qasr al Azraq / Jordanische Flagge über Amman
Unser erstes Tagesziel ist heut die Stadt Jerash, das römische Gerasa,
etwa 40 km nördlich von Amman. Die dortigen Ausgrabungen zählen zu den beeindruckendsten und besterhaltenen römisch-byzantinischen
Stätten im Nahen Osten. Den Rundgang beginnen wir beim. Leider total eingerüsteten, Hadriansbogen. Gleich anschließend liegt das
Hippodrom, an dem ebenfalls noch für die ab Sommer geplanten römischen Wagenrennen gearbeitet wird.
Doch danach folgt ein Höhepunkt auf den Anderen: ovales Forum, Zeustempel und das beeindruckende Südtheater mit seinen, teilweise gut
erhaltenen, 4000 Sitzplätzen. Weiter geht es zum Drei Kirchen Komplex mit den gut erhaltenen Bodenmosaiken in der St. Kosmas und Damian
Kirche, zum Artemis Tempel und dem Nordtheater. Über die Via Sacra, die rund 700 m lange und einst von 250 Säulen gesäumte Hauptstraße
von Gerasa, geht es, vorbei an der Artemis Stiege und dem Nymphäum, zurück zum Eingang. Insgesamt dauert der Rundgang etwas über 2,5
Stunden und anschließend gibt es die wohlverdiente Mittagspause. Danach geht es noch weiter in den Norden zur Besichtigung des nächsten
"Steinhaufens": Ajlun, mit seiner über der Stadt thronenden Burgruine aus dem 12. Jh. ist das nächste Ziel. Insgesamt ist der Komplex,
in dem sich einst Saladin gegen die Kreuzritter verschanzte, noch ganz
gut erhalten. Von hier aus geht es zurück zum Hotel, wo wir noch kurz Zeit haben uns frisch zu machen, bevor wir zu einem traditionellen
Abendessen im Ambiente eines Beduinenzeltes aufbrechen.

JERASH (Gerasa): Ovales Forum / Südtheater / Bodenmosaik / Artemis Tempel

Säulen des Artemis Tempels / Via Sacra / Nymphäum
Nach dem Frühstück brechen wir wieder auf in den Norden des Landes, zum Dreiländereck mit Syrien und Israel, und besuchen dort die Ruinen
der römischen Stadt Um Qais. Das alte Gemäuer ist allerdings weniger beeindruckend als der tolle Ausblick auf die Golan Höhen und den,
210 m unter dem Meeresspiegel gelegenen, See Genezareth. Nach einer kurzen Pause geht es weiter hinunter ins Jordan-Tal. Dies ist der
fruchtbarste Teil des Landes und so ist es kein Wunder, dass die Straße durch die, weit unter dem Meeresspiegel liegende, Tiefebene
kilometerweit von Obstplantagen gesäumt ist. Wir folgen dem Tal, lediglich unterbrochen von einer Pause bei der Ruinenstadt Pella, bis
hinunter zum Toten Meer. Hier, 410 m unter dem Meeresspiegel, treffen wir dann
gegen 16.00 Uhr ein und haben, bei großer Hitze, etwas mehr als eine Stunde Zeit das Bad im salzreichen Wasser zu genießen. Allerdings ist
das bei weitem kein so großes Vergnügen wie erwartet: schwimmen ist fast unmöglich und selbst nur gemütlich auf einen Stein sitzen ist, durch
den Auftrieb des salzhaltigen (34%) Wassers, fast schon anstrengend. Auf dem Rückweg nach Amman machen wir noch Halt bei einem riesigen
Souvenirladen, der aber auch sämtliche Heilsalze und -salben die aus dem Toten Meer gewonnen werden vertreibt. Das nimmt natürlich einige
Zeit in Anspruch und so kommen wir relativ spät zurück zum Hotel.

UM QAIS: Ausgrabungen / Blick zum See Genezareth / Badeanlage am Toten Meer / Ich als typischer Tourist
Nach dem Frühstück verlassen wir Amman in Richtung Süden. Zunächst besuchen wir den Berg Nebo, nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt. Von hier
aus soll Moses erstmals das gelobte Land erblickt haben und hier soll er auch begraben sein; sein Grab wurde aber bislang nicht gefunden.
Leider ist es ein bisschen diesig, so dass der Ausblick bis weit hinüber nach Israel (Jericho, Jerusalem, Bethlehem) getrübt ist. In der
Gedächtniskirche, die hier über einer römischen Basilika erbaut wurde, findet man herrliche Bodenmosaike mit Darstellungen von Menschen
und Tieren. Weiter geht es nach Madaba, allerdings nicht ohne einen Zwischenstopp bei einer Mosaikmanufaktur - natürlich mit
angeschlossenem Touristen Shop! In Madaba selbst besichten wir dann die, griechisch-orthodoxe, St. Georgskirche, berühmt für die
Überreste einer Mosaikkarte des byzantinischen Reiches. Die, religiöse und nicht topografische, Karte reicht von Syrien bis zum Nildelta
in Ägypten und vom Mittelmeer bis zur östlichen Wüste. Nach dem Verlassen der Stadt führt der Weg weiter in den Süden. Höhepunkt der
Fahrt ist das Mujib-Tal, von den Einheimischen auch "Jordaniens Grand Canyon" genannt. Der Vergleich ist zwar etwas weit hergeholt,
unbestritten ist allerdings dass der Blick in das, etwa 600 m tiefe und 4 km breite, Tal sicher zu den bislang beeindruckendsten Momenten
dieser Rundreise gehört. Nächster Programmpunkt ist dann der Besuch der Kreuzritterburg Kerak. Der riesige Komplex war Stützpunkt der
Kreuzritter. Sie nutzten den guten Ausblick, von der hoch über einem engen Tal gelegenen Anlage, um die Pilgerströme nach Mekka zu
überwachen und zu stören, bis sie im Jahre 1188 von Saladin vertrieben wurden. Leider sind infolge zahlreicher Erdbeben nur mehr
Fragmente übrig, trotzdem ist noch immer erkennbar welch gigantische Ausmaße die Burg einst hatte. Von hier aus sind es dann noch mehr
als zwei Stunden Fahrt bis zu unserem Tagesziel: Petra! Kurz vor
Sonnenuntergang treffen wir dort ein, so dass wir noch einen Blick auf die bizarren Felsformationen werfen können die die Stadt umgeben.
Quartier beziehen wir, für die nächste zwei Nächte, im Grand View Hotel.

Berg Nebo: Moseskreuz / Mujib-Tal / Kreuzritterburg Kerak / Mädchen beim Feiern
Heute steht also das absolute Highlight der Rundreise auf dem Programm: der Besuch der Nabatäerstadt Petra! In wenigen Minuten erreichen
wir vom Hotel aus das Besucherzentrum. Von hier aus ist es nur noch etwa ein Kilometer zur Schlucht, die den Eingang bildet. Bereits der
Weg durch diese Schlucht, bis zu 100 m hoch und teilweise nur 4 m breit, ist imposant. Direkt gegenüber des Ausgangs ist das bekannteste
Gebäude der Stadt in den rosafarbigen Felsen gehauen: das Schatzhaus! Gigantische 40 m hoch und 25 m breit liegt es vor uns in der Sonne.
Apropos Sonne; es ist jetzt schon ziemlich heiß! Wozu der Felsbau einst diente kann noch immer nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.
Eines ist allerdings klar: es war nie das Schatzhaus eines Pharaos, dieser Name wurde erst von den Beduinen im 19. Jh. geprägt! Nach
ausgiebiger Betrachtung und zahlreich geschossenen Fotos geht es dann weiter, tiefer ins Tal hinein. Das, nach römischen Vorbild in den
Fels gehauenen, Theater, sowie einer der ältesten Friedhöfe, die so genannte Theaternekropole, sind die nächsten Ziele bevor wir hinauf
zur Königswand steigen und dort die monumentalen Grabanlagen hoher Würdenträger und Mitglieder des nabatäischen Königshauses besichtigen.
Besonders beeindruckend sind das Große Urnengrab, zu dem man über einige Stufen hinaufsteigen kann, und das Palastgrab, bei dem dem
Bauherren der Fels aus dem es geschlagen wurde offensichtlich nicht hoch genug war, so dass auf einer Seite noch "aufgestockt" wurde.
Weiter geht es dann zur Cardo, der Hauptstraße, und über diese in die so genannte Innenstadt. Hier sind die Zerstörungen, in Folge
zahlreicher Erdbeben, am weitesten fortgeschritten, so dass fast nur noch Ruinen zu sehen sind. Damit ist der offizielle Teil der
Besichtigung abgeschlossen.

PETRA: Felsengrab beim Zugang / Schlucht / Schatzhaus / Großes Urnengrab / Tempelwächter
Nach einer kurzen Pause mache ich mich, mit einem Teil der Gruppe, an den Aufstieg zum ed-Deir. Irgendetwas zwischen 800 und 980 Stufen
(je nach Quelle) sind bis dahin zu bewältigen! Und das bei Temperaturen von 35° im Schatten! Aber Schatten gibt es beim Aufstieg ohnehin
kaum, da die meisten Stufen in der prallen Sonne liegen. Trotzdem schaffen wir es nach etwa 45 Minuten das Ziel zu erreichen. Doch für
die Anstrengungen werden wir ausreichend belohnt: die enorme Fassade, höher und breiter als das berühmte Schatzhaus, liegt vor uns. Nach
einer kurzen Verschnaufpause gehen wir noch etwa einen Kilometer weiter und erreichen zwei Aussichtspunkte die einen herrlichen Überblick
auf die angrenzende Gebirgslandschaft, das Wadi Arabah, zulassen. Dann ist es aber auch schon wieder Zeit den Rückweg zum Bus anzutreten.
Zunächst die Stiegen runter, dann durch das Tal und die Schlucht, immer leicht bergauf! Da ich am Ende der Schlucht meine Müdigkeit schon
enorm spüre, leiste ich mir den Luxus die letzten Meter bis zum Bus auf dem Rücken eines Pferdes zurückzulegen. Der Bus bringt uns dann
zurück ins Hotel und für mich persönlich ist dann nur noch relaxen - und pflegen der müden Füße - angesagt.

Aufstieg zum El-Deir / El-Deir / Blick vom Aussichtspunkt / Petras Berge im Sonnenaufgang
Am letzten Tag der Rundreise führt uns unser Weg, in etwa zweistündiger Busfahrt, ins Wadi Rum.
Dort angekommen wechseln wir, bei inzwischen sengender Hitze, auf offene Jeeps, mit denen wir zu einer Safari durch das "Tal der Berge"
aufbrechen. Unterbrochen durch einen kurzen Kamelritt und eine Teepause in einem Beduinenzelt, durchforsten wir diese landschaftlich
äußerst reizende Gegend etwa zwei Stunden lang. Übrigens war das mein erster Kamelritt und vor allem das Auf- und Absitzen entwickelt
sich zu einem besonderen Erlebnis bei dem die Muskelkraft in den Armen gefordert ist. Leider ist dann der Ausflug durch das Wüstengebiet,
in dem einst Lawrence von Arabien sein Quartier aufschlug und wo 1962 auch der nach ihm benannte berühmte Film gedreht wurde, viel zu
schnell vorbei. Nach einer kurzen Mittagspause machen wir uns dann auf den Rückweg nach Amman: etwa 320 km, größtenteils auf der gut
ausgebauten Autobahn, liegen vor uns. Gegen 18.30 erreichen wir dann die Hauptstadt und beziehen wieder Quartier im San Rock Hotel.

Umgebung von Petra / WADI RUM: Jeepsafari / Roter Sand und Felsen / Kamel
Am frühen Morgen gibt es noch ein Frühstück im Hotel, danach werden wir in den Bus verfrachtet und zum Flughafen gebracht. Die
Ausreiseformalitäten sind schnell erledigt und dann heißt es nur noch auf den Abflug warten. Um 10.45 ist es dann soweit und in einem
angenehmen 3-Stunden Flug bringt uns Royal Jordanien zurück in die Heimat
HINWEIS: Diese und weitere Fotos aus Jordanien kann man unter dem link pervan.de in größerer Auflösung betrachten. Weiters besteht dort die Möglichkeit diese als Grußkarten zu versenden.
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