KUBA (30. 11. - 15. 12. 2001)


Die diesjährige Herbstreise führt mich, wieder einmal in Begleitung von Bertl, nach Kuba. Am 30. 11. geht es los. Von Wien-Schwechat geht es mit der Lufthansa nach Frankfurt, wo wir, trotz pünktlichem Abflug, mit einer Stunde Verspätung eintreffen. Als nächstes begeben wir uns an Bord einer Boeing 767 von Condor und setzen unsere Reise fort. Hier erleben wir auch eine Riesenüberraschung: der Flug wird mit Raucherplätzen durchgeführt! Da uns nicht bekannt war, dass es dies bei einer renommierten Fluglinie überhaupt noch gibt, sitzen wir natürlich Nichtraucher, nehmen aber jede Gelegenheit wahr mal einen freien Platz im hinteren Teil der Maschine zu belegen und unserem Laster zu frönen. Nach fast elf Stunden Flug erreichen wir Holguin. Da wir bei TUI die einwöchige Rundreise "Cuba Libre" gebucht haben, werden wir von der Reiseleitung von Cubanacan in Empfang genommen und in einen Bus verfrachtet, der uns nach Bayamo bringt, wo die Nächtigung erfolgt.

Der erste Tag der Rundreise beginnt mit einer kurzen Besichtigung der Altstadt von Bayamo, was sich aber als nichts besonderes herausstellt, sowie des örtlichen Musikhauses, wo uns die verschiedenen Richtungen der kubanische Musik vorgestellt werden. Anschließend fahren wir in Richtung Santiago de Cuba. Auf dem Weg dahin machen wir noch Zwischenstop in El Cobre, dem berühmtesten und wichtigsten Wallfahrtsort der Insel. In der schönen, auf einem Hügel gelegenen, Basilika aus dem Jahr 1927 besichtigen wir die sagenumwogene Statue der Virgin de la Claridad, der Schutzpatronin Kubas. In Santiago angekommen beziehen wir zuerst unsere Quartier im Melia Santiago de Cuba, dem ziemlich neuen Tophotel der Stadt, bevor wir am Nachmittag noch den Friedhof Santa Ifigenia besuchen. Hier befinden sich zahlreiche, absolut sehenswerte, Gräber von bekannten Persönlichkeiten. Darunter jene von Jose Marti, dem kubanischen Dichter und Nationalhelden, sowie der Familie Bacardi, Begründer der gleichnamigen Rumfabrik. Hier geraten wir auch in einen tropischen Platzregen, der jedoch schnell wieder vorbei geht. Für den Abend haben wir Karten für die Show im örtlichen Tropicana, einem Revuetheater, gebucht. Es wird uns ein tolles Programm mit bunten Kostümen und guter Choreographie, zu einem annehmbaren Preis (USD 37,--), geboten. Gleich nach dem Ende der Show starten wir retour ins Hotel, wo wir in der Bar, bei heißen karibischen Rhythmen und ein paar Mojito´s, einem Rum-Pfefferminz Cocktail, den Abend ausklingen lassen.

Basilika El Cobre Mausoleum am Friedhof Santa Ifigenia Plaza de la Revolution Tropicana Revue
El Cobre / Mausoleum Jose Marti / Santiago; Platz der Revolution und ... / ... Tropicana

Am Morgen begrüßt uns endlich auch mal die kubanische Sonne. Unser heutiges Tagesprogramm beginnt mit der Festung El Morro. Auf der Hinfahrt machen wir einen kurzen Stop zum Betrachten der Insel Granma, die sehr idyllisch in der Bucht von Santiago liegt und durch ihre einfachen, aber schönen, karibischen Holzhäuser beeindruckt. Die Festung selbst wurde auf einer Anhöhe zum Schutz der Stadt vor den Piraten erbaut und ist absolut sehenswert. Schon allein die wunderbare Aussicht ist Grund genug für einen Ausflug! Anschließend geht es zurück in die Stadt, wobei es jedoch Verkehrsbehinderungen gibt, da am heutigen Tag eine Militärparade unter Anwesenheit von Fidel Castro stattfindet. Dennoch erreichen wir irgendwie die Moncada Kaserne, eine der Schlüsselstellen der Revolution, deren Sturm am 26. Juli 1953 scheiterte und die vielleicht gerade deswegen so wichtig ist. Heute ist sie als Museum für das Publikum geöffnet und wir erhalten hier Nachhilfe in kubanischer Propaganda und Revolution. Den Nachmittag verbringen wir mit einem Rundgang im historischen Zentrum der Stadt, wo wir am Parque Cespedes die Kathedrale besichtigen und von der Aussichtsterrasse des Hotel Casa Grande den Blick über die Dächer Santiagos genießen. Gegen Abend fahren wir dann zum Flughafen, von wo aus wir gegen 19 Uhr, natürlich um einiges verspätet, mit einer Iljushin IL 18 der Aero Caribbean nach Havanna abheben. Obwohl unser Fluggerät - Flugzeug kann man das ja wohl nicht nennen, sonst will ich dazu gar nichts schreiben - anscheinend aus dem Jahre Schnee stammt erreichen wir unser Ziel ziemlich pünktlich und wohlbehalten. Hier müssen wir dann fast ewig auf unser Gepäck warten. Als wir es endlich in Empfang nehmen können geht es weiter in unser Quartier für die nächsten drei Nächte, dem Hotel Parque Central, eines der Tophotels der Stadt, wie der Name schon erahnen lässt direkt im Zentrum der Stadt gelegen.

Idyllischer Ausblick Blick auf die Bucht von Santiago Moncada Kaserne Kathedrale am Parque Cespedes
Insel Granma / Blick von El Morro / Moncada Kaserne / Kathedrale von Santiago

Heute steht die Besichtigung von Havannas Altstadt auf dem Programm. Diese beginnen wir am Plaza de San Francisco, der vom gleichnamigen Kloster und einigen schön restaurierten Häusern flankiert, sehr sehenswert vor uns liegt. Als nächstes geht es zum Plaza de Armas , der ebenso von alten, aber renovierten, Gebäuden umgeben ist. Darunter der frühere Regierungssitz der Generalkapitäne, der heute als Stadtmuseum genützt wird, und das Castillo de la Real Fuerza mit dem Wahrzeichen der Stadt, der La Giradilla. Weiter geht es zur barocken Kathedrale, die außen relativ aufwendig gestaltet ist, innen aber durch eine geradlinige Einfachheit besticht. Gleich in einer Nebenstraße befindet sich die "Bodeguita del Medio", in der einst Hemingway seine Mojito´s trank. Und was für Hemingway gut war, muss auch für uns gut sein, weshalb wir hier natürlich auch einen Stop einlegen. Nach der Mittagspause geht es dann zum ehemaligen Wohnsitz des Schriftstellers, etwa 20 km außerhalb der Stadt, bei Cojimar, gelegen, den man heute als Museum besichtigen kann. Der Ausflug lohnt sich aber nicht wirklich! Nächstes Ziel ist wieder die Altstadt, wo wir das Stadtmuseum besichtigen und anschließend über den Malecon, die berühmte Uferstraße und Flaniermeile Havannas, zurück zum Hotel gehen. Dabei passieren wir viele alte, teilweise schon renovierte, Gebäude, bevor wir noch das Capitol begutachten. Dieses ist dem Namensvetter in Washington nachgebildet, überragt es aber angeblich um drei Meter. Es ist zwar nett anzusehen, kann aber von der Lage her mit dem Original keinesfalls mithalten. Abends streifen wir dann fast zwei Stunden durch die Altstadt, bevor wir noch einen Schlummertrunk zu uns nehmen.

Kathedrale Plaza de Armas Bodeguita del Medio Kapitol
Havanna; Kathedrale / Plaza de Armas / Hemingways Stammlokal / Kapitol

Am Morgen besuchen wir Havannas Plaza de la Revolution, der von den wichtigsten Regierungsgebäuden, einem Obelisken und der Statue Jose Marti´s umrahmt wird, bevor wir die Stadt in Richtung Vinales-Tal des verlassen. Dort angekommen besichtigen wir die Cueva de Indio, eine Tropfsteinhöhle mit unterirdischem Fluss, die wir teils durchwandern, teils mit dem Boot befahren. Anschließend geht es weiter zu den modernen Felsmalereien "Mural de la Prehistoria". Hier nehmen wir auch das Mittagessen ein, bevor es weitergeht zum Hotel Los Jazmines, dem Platz mit dem angeblich schönsten Ausblick auf die für das Tal typischen Mogotes, Kalksteinfelsen mit den sonderbarsten Formen. Bevor wir die Rückfahrt nach Havanna antreten besuchen wir in Pinar del Rio noch die Tabakfabrik Francisco Donatien, wo wir kurz durch die Produktionshallen streifen und die Herstellung der weltberühmten kubanischen Zigarren beobachten. Für den Abend haben wir Karten für die weltberühmte Tropicana Revue Havanna. Obwohl uns auch hier ein tolles Programm geboten wird, muss ich sagen, dass mir persönlich die Show in Santiago besser gefallen hat. Mit dem Taxi geht es dann, in rasanter Fahrt, durch die nächtliche Stadt zurück ins Hotel.

Obelisk mit Marti-Denkmal Zigarrenfabrik Francisco Donatien Aussichtspunkt Los Jazmines Tropicana Havanna
Havannas Plaza de la Revolution / Zigarrenfabrik / Tal de Vinales / Tropicana Havanna

Heute müssen wir unsere Zelte in Havanna leider schon wieder abbrechen. Noch dazu steht mehr oder weniger eine Verbindungsetappe auf dem Plan. Wir starten Richtung Osten nach Guama, ganz in der Nähe der berühmten Schweinebucht gelegen. Hier besichtigen wir das, auf einer Insel in der Laguna del Tresoro gelegene, nachgebaute Indianerdorf, wo 32 Skulpturen der Künstlerin Rita Longa einen Einblick in die Lebensweise der Siboney-Indianer bieten. Anschließend besuchen wir noch eine Krokodilaufzuchtsfarm bevor wir unsere Fahrt nach Trinidad, dem Ziel für Heute, fortsetzen. Hier beziehen wir für diese Nacht Quartier in einem All inclusive Hotel, das zwar recht nett ist, aber weit außerhalb der Stadt liegt. So verbringen wir den Abend bei Canchanchara, ein Honig-Rum-Cocktail und Mojito und genießen das Animationsprogramm der Anlage.

Nachdem wir gleich am Morgen die Keramikfabrik der Familie Santander - eine Verkaufsveranstaltung muss es ja auch geben - besuchen, steht anschließend ein Rundgang durch die mit Hilfe der UNESCO renovierte Altstadt auf dem Programm. Wir schlendern über das holprige Kopfsteinpflaster zum Plaza Mayor, einem der schönsten Plätze Kubas, zum Museo Municipal, von dessen Turm aus man einen tollen Überblick über die Stadt genießen kann, und zum Restaurant La Canchanchara, ein kleines Lokal in dem man das gleichnamige Getränk, das angeblich schon den Freiheitskämpfern Mut gemacht hat, verkosten kann. Am Nachmittag fahren wir weiter bis nach Camagüey, wo wir unser Nachtquartier aufschlagen. Den Abend verbringen wir mit einem stundenlangen Bummel durch die Stadt, bevor wir uns in einem kleinen Lokal ein paar Mojito´s genehmigen.

Indianerdorf mit Skulptur Alles für den Fotografen Plaza Mayor mit Kathedrale
Insel Guama / Krokodilfarm / Trinidads Plaza Mayor

Heute ist der 7. 12., und damit ist auch der letzte Tag der Rundreise angebrochen. Der bietet aber nicht mehr sehr viel aufregendes. Vormittags noch einen offiziellen Stadtbummel durch Camagüey, dann geht es weiter nach Holguin, wo wir noch auf den Kreuzberg fahren um die, allerdings wirklich tolle, Aussicht auf die Stadt zu genießen. Am Nachmittag werden wir dann zu unseren gebuchten Hotels für den anschließenden Badeaufenthalt gebracht. Für uns heißt das nach Guadalavaca, an die Playa Esmeralda ins Hotel Melia Rio de Oro.

Freiheitskämpfer-Statue freier Bauernmarkt Holguins Kreuzberg Oldtimer Made in USA
Camagüey; Freiheitskämpfer-Statue und ... / ... Bauernmarkt / Holguin; Kreuzberg / Typischer Oldtimer

Die zweite Woche unseres Kubaurlaubes verbringen wir in diesem All inclusive Hotel der Spitzenklasse. Die großen und gepflegten Zimmer der Anlage befinden sich in einstöckigen Bungalows. Außerdem gibt es ein riesiges, auf zwei Ebenen angelegtes Swimmingpool, einen tollen karibischen Strand, sowie in nächster Nähe drei kleine und einsame Badebuchten. Da das Wetter, trotz Trockenzeit, nicht immer schön ist, und es schon mal vorkommen kann dass es gewaltig schüttet, verbringen wir unsere Zeit nicht nur an der Sonne sondern auch stundenlang mit Pool-Billard. Die Abende werden durch auf der Hotelbühne gezeigte, hervorragende, Tanzshows ausgefüllt. So vergeht diese Woche wie im Flug, und als Höhepunkt steht am Donnerstag noch die Hochzeit von Mandy und Fabrice, einem jungen deutschen Pärchen, dass wir auf unserer Rundreise kennen gelernt haben auf dem Programm. Dann ist leider auch schon der Zeitpunkt für die Heimreise gekommen. Am Freitag Nachmittag geht es - wobei ich gleich zweimal von den kubanischen Behörden gefilzt werde - von Holguin über Frankfurt retour nach Wien, wo wir von eisigen Wintertemperaturen empfangen werden.


Eindrücke vom Hotel / Bertl´s erste Zigarre

Strand Abendliche Animation Karibische Weihnacht Sind die beiden nicht süß?
Hotelstrand / Animationsprogramm / ... und übrigens: es war kurz vor Weihnachten!

HINWEIS: Diese und weitere Fotos aus Kuba kann man unter dem link pervan.de in größerer Auflösung betrachten. Weiters besteht dort die Möglichkeit diese als Grußkarten zu versenden.


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