MAROKKO (5. 10. - 12. 10. 2004)


Der Sommer daheim war lange, so dass es mich nun wieder in die Ferne zieht. Nach einigem Suchen habe ich beim Reiseveranstalter ITS Billa, die "Große Marokko Rundreise" gebucht. Am 5. Oktober ist es dann so weit. Es geht endlich los! Mit einer Boeing 737-800, der Lauda Air, starte ich, am frühen Morgen, von Wien-Schwechat aus nach Agadir. Da es aber auch eine Zwischenlandung in Casablanca gibt, dauert es etwa sechs Stunden bis ich mein Ziel erreiche. Dort angekommen erfolgt erst einmal der Transfer zum Hotel Intouriste, dem Quartier für die erste Nacht, da die Rundreise erst morgen, Mittwoch, startet. Das Hotel macht einen relativ neuen Eindruck und das Zimmer, aber auch der dazugehörige Balkon, ist riesig. Ein kleiner Spielverderber ist das Wetter: es ist zwar relativ warm, aber am Himmel hängen die Wolken tief und es sieht nach Regen aus. … und das in Agadir, wo es angeblich 300 Sonnentage im Jahr gibt! Bei diesem Wetter kann ich mich, noch dazu wo das Hotel ziemlich am Stadtrand liegt, nicht dazu durchringen auf Sightseeing Tour zu gehen bzw. den nahen Strand zu besuchen. Daher nutze ich den Nachmittag um mich am Hotelpool zu Akklimatisieren und in den Reiseführern zu stöbern. Um 19.00 Uhr gibt es dann noch eine kurze Info-Veranstaltung durch unseren Reiseleiter Rashid, im Anschluss daran Abendessen und angesichts dessen dass morgen schon früh der Start erfolgt begebe ich mich dann auch bald aufs Zimmer.

Am Mittwoch liegt dann eine Marathonetappe vor uns: Ziel ist Casablanca! Ich frage mich warum wir nicht gleich von dort aus zur Rundreise starten, noch dazu wo wir da ja gestern eine Zwischenlandung hatten. Aber das liegt wohl daran, dass die Reisegruppe hauptsächlich aus Deutschen besteht, die Agadir direkt angeflogen haben. Aber von Anfang an: vor uns liegen also 500 km. Zunächst führt die Strasse direkt hinein in die Bergwelt des hohen Atlas, vorbei an der schönen, farbintensiven Gebirgslandschaft. Doch dann geht es hinaus in eine weite, und teilweise öde, Ebene, in der auch Marrakech, die "rote Stadt" oder auch "Perle des Südens", liegt. Hier kommen wir gegen Mittag an und machen einen Besichtigungsstopp bei der Koutoubia Moschee. Das 77m hohe Minarett aus dem 12. Jh. gilt als der besterhaltene Turm dieser Zeit und diente lange Zeit als Vorbild für das klassische marokkanische Minarett, das im Gegensatz zu allen anderen islamischen Ländern nicht rund sondern viereckig ist. Der Legende nach wurden die drei goldenen Kugeln an der Spitze aus eingeschmolzenem Schmuck einer Frau Sultan el Mansour´s gefertigt, die diesen spendete nachdem sie im Ramadan das Fastengebot gebrochen hatte. Leider ist eine Innenbesichtigung nicht möglich, da, wie in allen in Marokko noch in Verwendung stehenden Moscheen und Königspalästen, der Eintritt nur für Moslems erlaubt ist. Nach dem Mittagessen setzen wir unsere Fahrt dann in Richtung Tagesziel fort. Dort angekommen machen wir eine kurze Rundfahrt durch diese moderne Stadt, deren einziger Höhepunkt die in den Jahren 1987 bis 1993 errichtete Große Moschee Hassan II. ist. Die Moschee liegt inmitten eines prächtigen Komplexes aus Sakralbauten und gilt als die Zweitgrößte weltweit. Das Minarett ragt 200m in die Höhe und gilt als modernes Wahrzeichen der Stadt. Da wir hier erst in der Abenddämmerung eintreffen haben wir das Glück das Bauwerk in voller Beleuchtung zu erleben, was äußerst beeindruckend ist. Von hier eht es dann direkt weiter zum am Stadtrand gelegenen Hotel Galaxy, unserem Quartier für diese Nacht.

Marrakech, Koutoubia Moschee aus dem 12. Jh. Unterwegs an einer Tankstelle Moschee Hassan II. in der Dämmerung Moschee Hassan II. bei Nacht
Marrakech, Koutoubia Moschee / Volltanken bitte! / Casablanca, Große Moschee Hassan II. bei Tag und bei Nacht

So, heute geht es endlich los mit der Besichtigung der Königsstädte. Doch dazu müssen wir zuerst einmal die ca. 90 km, immer entlang des Atlantiks, bis Rabat hinter uns bringen. Dort angekommen legen wir den ersten Stopp beim Königspalast ein. Obwohl dieser vom derzeitigen König Mohammed VI. nur in Ausnahmefällen, für Repräsentationstermine, benützt wird ist auch hier eine Innenbesichtigung nicht möglich, so dass es bald weitergeht zum Mausoleum König Mohammed V. Hier befinden sich die Sarkophage der letzten beiden Herrscher des Landes, eben Mohammed V. (1927-1961) und Hassan II. (1961-1999). Der moderne Bau, mit seiner marmornen Freitreppe, steht in krassem Gegensatz zu dem gleich daneben liegenden Hassan Turm, mit seinen Steinreliefs, und den Überresten der geplanten, aber niemals vollendeten, Hassan Moschee aus dem 12. Jh. Trotzdem bilden sie eine faszinierende Einheit. Als nächstes steht dann das Durchstreifen der auf dem Programm. Bei der Mündung des Bou Regreg, dem Grenzfluss zwischen den Städten Rabat und Sale, in den Atlantik liegt sie malerisch am Steilfels. Die ehemalige Militärkasbah aus dem 10. Jh. ist heute Zentrum der Stadt und wird von den Farben blau und weiß dominiert. Bemerkenswert sind unter anderem der schöne Andalusische Garten und die Aussicht hinunter auf den Fluss.

Königspalast in Rabat Mausoleum König Mohammed V. mit Hassan Turm im Hintergrund Teile der Oudaia-Kasbah mit Steilküste und Bou Regreg
Rabat: Königspalast / Mausoleum König Mohammed V. mit Hassan Turm / Oudaia-Kasbah

Weiter geht es dann zur nächsten Königsstadt, Meknes. Die Straße verlässt die Atlantikküste und führt Richtung Osten ins Landesinnere. Nach 140km - oder ca. zwei Stunden - erreichen wir dann die Stadt am Fuße des Mittleren Atlas. Hier machen wir zunächst Mittagspause, bevor wir zu einer kurzen Rundfahrt um die Stadtmauer aufbrechen. Dann geht es zu Fuß in die Altstadt. Erstes Ziel ist das Mausoleum Moulay Ismails, dem brutalen Herrscher der Marokko von 1672 bis 1727 regierte. Der Legende nach soll er 500 Ehefrauen gehabt haben, die ihm 700 Söhne und unzählige Töchter gebaren. Das Mausoleum selbst ist, mit seinen steinernen Arabesken, ein maurischer Prunkbau in dem der Sarkophag des Herrschers zu finden ist. Als nächstes folgt ein etwa einstündiger Spaziergang durch die Medina der Stadt, deren End- und auch Höhepunkt das Siegestor, das prächtigste der zahlreichen Tore der Stadtmauer, ist. Damit müssen wir dann Meknes auch schon wieder verlassen. Unser Tagesziel ist die älteste und vielleicht schönste der Königsstädte, nämlich Fes. Doch davon trennen uns noch etwa 60km. Wir erreichen dann Fes in der Dämmerung und beziehen, diesmal für zwei Nächte, Quartier im Hotel Makhzen Zalagh. Die Zeit bis zum Abendessen nutze ich noch für einen Spaziergang entlang der Hauptstraße des modernen Stadtteils, der Avenue Hassan II. Das ist aber nichts anderes als "Füßevertreten", denn außer viel Verkehr und einigen kleinen Straßencafes gibt es nicht viel zu sehen.

Mausloleum Mouay Ismail Mausloleum Mouay Ismail In den Souks von Meknes Siegestor, das schönste Tor der Stadt
Meknes: Innenaufnahme Mausloleum Mouay Ismails (2x) / in den Souks der Stadt / Siegestor

Heute, Freitag, der 8. 10. 2004, ist endlich einmal ein Tag an dem wir nicht unzählige Stunden im Bus verbringen. Auf dem Programm steht die Besichtigung von Fes. Doch bevor wir uns ins Getümmel der Altstadt stürzen fahren wir hinauf zum Borj Sud, einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt, um uns einen Überblick über das ganze gewaltige Ensemble der beiden alten Stadtteile zu verschaffen. Vormittags verbringen wir dann mit einem Bummel in Fes-El-Bali, der Medina die teilweise aus dem 9. Jh. stammt. In den engen, verwinkelten Gassen herrscht ein Gewirr von Menschen, Eseln, Handkarren und auch Fahrrädern. Und wenn alle paar Sekunden von irgendwoher der Ruf "Ballak" ertönt, so hat das nichts mit dem deutschen Fußballer zu tun, sondern ist das ein Hinweis darauf dass man ausweichen soll um nicht unter die Räder bzw. unter die Hufe eines Esels zu geraten. Höhepunkte sind die Karaouine-Moschee, die größte Freitagsmoschee der Stadt, im Jahr 862 durch die Stiftung einer Muslimin gegründet, in deren Zubauten eine der ältesten und richtungsweisenden Universitäten des Islams untergebracht ist, der Besuch einer Gerberei und Färberei, der allerdings auch sehr geruchsintensiv ist, und einer traditionellen Weberei. Dazu kommen, die bei Rundreisen schon obligatorischen, Verkaufsveranstaltungen. Diesmal sind es eine Teppichknüpferei und eine Messingschmiede. Dann ist erst mal Mittagspause angesagt, bevor es am Nachmittag zunächst mit dem Königspalast, wo natürlich wieder nur eine Außenbesichtigung möglich ist, und mit dem Stadtteil Fes-El-Jedid (Neu-Fes) aus dem 13. Jh. weitergeht. Beim, erst 1913 erbauten Bab Boujeloud, dem blauen Tor, das einen schönen Rahmen für die Minarette der Bou-Inania und Sidi-Lazaze-Moschee abgibt, verlassen wir dann die Medina und fahren, mit einem kleinen Umweg über den Borj Nord, einem weitern Aussichtspunkt, zurück zum Hotel. Am Nachmittag ist dann ausspannen am Hotelpool angesagt. Nach dem Abendessen dann noch ein kleiner Spaziergang durch die Avenue Hassan II. und zum Abschluss des Tages noch ein Bierchen in einem der kleinen Lokale.

Gerberei und Färberei in Fes-El-Bali Innenhof der Karaoine Moschee Königspalast in Fes Blaues Tor, das schönste Tor der Stadt
Fes: Gerberei und Färberei / Blick in die Karaoine Moschee / Königspalast / Blaues Tor

Nachdem wir gestern den Bus nur selten und kurz gesehen haben, so liegen heute wieder 400km vor uns, was eine Fahrzeit von etwa 8 Stunden bedeutet. Schon bald nachdem wir Fes verlassen haben führt die Strasse hinauf in den Mittleren Atlas. Einen ersten Halt machen wir in Ifrane, eine Stadt die von den Franzosen in den 1920er Jahren angelegt wurde. Dementsprechend ist auch die Architektur: nichts erinnert an Marokko. Die Häuser tragen, wegen des im Winter öfter vorkommenden Schneefalls, Satteldächer und man wähnt sich überall nur nicht am Rande der Sahara. In der Nähe der Stadt gibt es auch ein bekanntes Wintersportzentrum am 2036m hohen Mischliffen. Von hier geht es dann weiter, vorbei an abwechslungsreicher Landschaft, über den Col du Zad, mit 2178m einer der höchsten Pässe des Landes, nach Midelt, wo wir auch unsere Mittagspause einlegen. Auch Nachmittags geht es immer weiter in Richtung Süden, immer entlang des Ziz bis nach Er Rachidia. Gerade als wir dort ankommen kommt ein Sandsturm, mit leichtem Regen, auf, so dass wir anschließend nur noch einen eingeschränkten Blick auf die schönen Oasenlandschaften haben die wir an diesem Tag noch passieren. Den Höhepunkt erreichen Niederschlag und Sturm natürlich gerade dann als wir in der Dämmerung in unserem Etappenziel Erfoud ankommen und den Bus verlassen müssen. Quartier beziehen wir für diese Nacht im wunderschön angelegten Riad-Hotel Salam. Riads beherbergten einst ganze Sippen, wobei jedoch jede Familie ein eigene Wohnung hatte. Im Laufe der Zeit wurden dann diese Wohnstrukturen auf kleine, manchmal recht luxuriöse, Hotels übertragen. Wie auch immer: das Hotel ist recht nett, nur die im Garten extrem laut zwitschernden Vögel sind sehr nervend!


Ifrane / Unterwegs / Oase am Ufer des Ziz / Dünen des Erg Chebbi

Für den frühen Morgen habe ich einen Ausflug per Landrover hinaus zum etwa 60km entfernten Erg Chebbi, einen Dünenberg mit den höchsten Sanddünen Marokkos gebucht. Das Wetter hat sich zum Glück über Nacht gebessert, so dass wir bereits um 4.45 starten um an den Dünen den Sonnenaufgang zu genießen. Dort angekommen erklimmen wir die ersten Dünen und sind auch rechtzeitig vor Ort. Aber leider nur wir, die Sonne kommt nicht richtig hervor, da doch noch Wolken den Himmel verdecken. Dadurch ist der Anblick auch lange nicht so gewaltig wie erwartet, da von der Farbenpracht und den Konturen des Sandes nichts zu sehen ist. Etwas Enttäuscht machen wir uns auf den Rückweg, der noch einige Überraschungen in sich birgt. Zunächst halten wir an einem Beduinenzelt, offensichtlich das Heim unseres Fahrers, und haben dabei Gelegenheit alles aus nächster Nähe zu betrachten und zu fotografieren. Kurz vor Erfoud fahren wir auch noch hinauf auf den Hausberg der Stadt, den Borj-Est, von wo aus wir einen herrlichen Blick auf die Stadt haben. Zurück im Hotel bleibt gerade noch Zeit zum Frühstück bevor es wieder los geht. Wieder liegen 330km vor uns. Zunächst fahren wir durch die weite Ebene zwischen Hohem- und Anti-Atlas, immer entlang der mit zahlreichen Dattelpalmen bewachsenen Oasen. Anfangs werden wir dabei von den alten Bewässerungsanlagen begleitet, deren "Putzschächte" in Form von überdimensionalen Maulwurfhügeln in der Gegend herumstehen. Bei Tinahir, einem der größeren Oasenorte, biegen wir dann von der Hauptstraße ab zur Todra-Schlucht. Gewaltig ragen die Steilhänge bis zu einer Höhe von 300m über der Straße auf, der Fluss selbst ist aber nur ein Rinnsal bzw. ist er ganz ausgetrocknet. Trotzdem ist die Schlucht ein absolutes Highlight! Nach der Mittagspause machen wir uns dann zurück auf den Weg nach Tinahir und weiter in Richtung Ouarzazate. Hier erreichen wir dann bald das Dades Tal. Die Besonderheit der Oasen ist, dass hier nicht Dattelpalmen sondern zahlreiche Obstbäume wachsen. Nur wenige Kilometer abseits des Tales hat auch der Dades seine Schlucht, die auch sehenswert sein soll, doch leider reicht die Zeit nicht zu einem Besuch. Die Fahrt führt auch weiterhin immer entlang der Oasen mit ihren zahlreichen Kasbah´s. Doch die Landschaft wird deutlich flacher und auch etwas eintöniger. Erst die letzten Kilometer vor Ouarzazate, die Stadt liegt in 1160m Höhe auf einem Wüstenplateau, werden wieder hügeliger und interessanter. Allerdings bricht da auch schon wieder die Dämmerung herein, so dass die Zeit gerade noch reicht einen Blick auf die Taourirt-Kasbah, eine der schönsten des Landes und Residenz des Glaoui-Clans, zu werfen. Der mächtige Berberstamm kontrollierte die Karawanenwege über den Hohen Atlas und weite Gebiete der Präsahara bis weit ins 20. Jh. hinein und der Lehmpalast, mit seinen reichen Fassadenornamenten, zeugt nicht nur von ihrer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Macht, sondern dokumentiert auch die strategische Bedeutung des Gebietes. Unser Nachtquartier schlagen wir heute im schönen, aber doch schon etwas abgewohnten, Hotel Kenzi Azghor auf.

Kamele Felsen der Todra Schlucht Eine der vielen Kasbah´s unterwegs Etwa die Hälfte der Taourirt Kasbah von Ouarzazate
Kamele / Todra-Schlucht / Kasbah / Ouarzazate, Taourirt Kasbah

Damit brechen wir auch schon wieder zum letzten Tag der Rundreise auf. Zum wiederholten Mal führt unser Weg durch den Hohen Atlas; diesmal allerdings anscheinend an seiner schönsten Stelle. Beeindruckend ist die Landschaft bei der Auffahrt zum höchsten Pass des Landes, den 2260m hohen Tizi-n-Tichka. Trotz dieser Höhe wirken die umliegenden Berge, die zu den höchsten des Landes zählen und bis über 4000m aufragen, noch immer mächtig. Ein besonderes Erlebnis ist die Abfahrt auf engen, kurvenreichen Straßen, die in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der französischen Fremdenlegion angelegt wurden. Gegen Mittag erreichen wir dann unser Ziel, Marrakech. Nachdem wir erst mal unsere Zimmer im Hotel Ayoub beziehen und eine kurze Mittagspause einlegen, machen wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Unser erstes Ziel sind die Saadier-Gräber. Die Gräber wurden einst zugemauert und erst 1917 von den Franzosen, im Zuge von Luftaufnahmen wiederentdeckt. In ihren beiden Mausoleen aus italienischen Carrara Marmor ruhen die vier wichtigsten Herrscher der gleichnamigen Herrscher Dynastie. Im Anschluss daran folgt ein Spaziergang durch die Souks der Stadt. In den schmalen Gassen finden sich zahlreiche Werkstätten, Handwerksbetriebe und jede Menge kleine Geschäfte die alles nur erdenkliche anbieten. Zum Abschluss dar natürlich auch eine Verkaufsveranstaltung nicht fehlen. Diesmal ist es eine Apotheke die auf alte afrikanische und ägyptische Naturheilmittel schwört und diese natürlich auch uns Touristen zukommen lassen will. Doch auch das geht vorbei, so dass wir rechtzeitig vor Sonnenuntergang den Jeema-El-Fna-Platz, das größte Freilicht Variete Afrikas, erreichen. Neben Schlangenbeschwörern, folkloristischen Musikgruppen und Affenbändigern kann man sich auch die Zukunft voraus sagen lassen oder an den zahlreichen Verpflegungsständen zulangen. Nach einem Streifzug über den Platz, bei dem ich aber vor allem immer auf den Respektabstand zu den Schlangenbeschwörern achte, begebe ich mich rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf die Terrasse des Glacier-Cafes. Von hier aus hat man den besten Überblick über den gesamten Platz bis hin zur Koutoubia-Moschee, die die untergehende Sonne - zumindest jetzt im Oktober - in ein herrliches Licht setzt. Viel zu früh geht es dann zurück ins Hotel, damit wir uns noch für den Abend frisch machen können. Auf dem Programm steht ein Besuch bei Chez Ami, einem Themenhotel und -restaurant etwa 10km außerhalb der Stadt, in dem uns neben dem Abendessen folklorische Darbietungen und Reiterspiele geboten werden. Alles in allem ein recht nettes Programm zum Abschluss unserer Reise. Bis wir wieder ins Hotel zurück kommen ist es schon fast Mitternacht.

Blick vom Tizi-n-Tichka-Pass auf die tieferliegende Straße Saadier Mausoleum in Marrakech Blick über den Jeema-El-Fna-Platz von der Terrasse des Glacier-Cafes Minarett der Koutoubia-Moschee im Sonnenuntergang
Blick vom Tizi-n-Tichka Pass / Saadier-Gräber / Marrakech: Jeema-El-Fna-Platz / Minarett der Kououbia-Moschee

Heute müssen wir noch einmal früh aus den Federn. Der Transfer zum Flughafen in Agadir steht auf dem Programm. Immerhin müssen wir mit einer Fahrzeit von etwas über vier Stunden rechnen und unser Flug zurück nach Wien startet um 12.40. Um 6 Uhr starten wir, zum letzten Mal geht es durch den Hohen Atlas. Kurz vor Agadir kommen wir dann zu einen Unfall: ein LKW ist umgestürzt. Da aber zum Glück nur die halbe Straße blockiert ist, kommen wir mit einem Aufenthalt von einer knappen Stunde relativ glimpflich davon und haben auch kein Problem unseren Flieger zu erreichen. Aber wenn der Wagen nur ein bis zwei Meter weiter in der Straße gelegen wäre hätten wir den wohl abschreiben müssen. So aber ist alles gut gegangen und um 18.30 lande ich wohlbehalten in Wien.

HINWEIS: Diese und weitere Fotos aus Marokko kann man unter dem link pervan.de in größerer Auflösung betrachten. Weiters besteht dort die Möglichkeit diese als Grußkarten zu versenden.


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