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Sehenswert
Karthago - auf den Spuren der Antike
Karthago, dessen Gründung im mythologischen Dunkeln liegt, war unter verschiedenen Namen bekannt, ehe sie ihren - lateinischen - Namen erhielt. Die Aussagen antiker Autoren über die Lage und Gestalt der Stadt sind nicht immer eindeutig. Die Stadt soll aus einer Vorstadt, der Unterstadt und aus dem Ortsteil Byrsa (Altstadt?) bestanden haben. Archäologische Funde sind selten, weil die Römer nach den Punischen Kriegen die Stadt zerstört hatten.
Die beiden Häfen für die Handelsflotte und die Marine (Kothon) befanden sich in der Unterstadt. Die Agora vermutet man nördlich des Marine-Hafens. Eine Stadtmauer sicherte die Stadt, die am Ende der Punischen Kriege etwa 700000 Einwohner gehabt haben soll. Damit gehörte sie zu den Metropolen des Mittelmeerraums. Nördlich von Byrsa befanden sich die Totenstädte (Nekropolen) Karthagos.
Die punische Stadtmauer diente zwar der Verteidigung. Aber auf geradezu moderne Art teilte sie die Stadt auch in Wohnviertel und Gewerbegebiete. Die schmutzigen und stinkenden Handwerksbetriebe, wie Gerbereien und Metallverarbeitung, mussten vor den Stadttoren bleiben. Dort entstand ein eigenes Industriegebiet.
Eine starke Kriegsflotte schützte die karthagischen Handelsschiffe - ihre Galeeren waren berühmt und gefürchtet. Blickte man hinunter auf die antike Stadt, so fiel eine eigenartige, runde Anlage auf. Der Kriegshafen ist das am besten gehütete Geheimnis der Karthager.
Auch die punische Stadt Kerkouane, östlich von Karthago direkt am Meer gelegen, wurde von den Römern zerstört. Es bleibt ein Rätsel, warum Kerkouane nicht wie andere Orte zu römischer Zeit wieder aufgebaut wurde. Gerade deshalb aber kann man hier mehr über die Struktur einer punischen Stadt und damit der punischen Gesellschaft erfahren.
Die Regierungsgewalt lag bei den Sufeten, zwei von den Kaufleuten aus den eigenen Reihen auf Zeit gewählte Repräsentanten. Könige hat es in Karthago nicht gegeben, persönliches Machtstreben wurde so verhindert. Das politische Handeln zielte auf den wirtschaftlichen Erfolg der ganzen Stadt. In gewisser Weise scheint hier eine Art Demokratie verwirklicht doch nicht für alle. Keine Stadt des Altertums ist denkbar ohne Sklaven. Ihre Muskeln waren die Motoren der Antike. Zum Sklaven konnte jeder werden: durch Armut, Menschenraub, Kriegsgefangenschaft, oder durch wirtschaftliche Not.



