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Matmata

Sehenswert

Matmata

Am Rande der Sahara gelegen ist ursprünglich der Name eines Berberstammes, den man später der "Stadt der Höhlenwohnungen" gegeben hat. Ebenerdig betrachtet sieht man diese Höhlenwohnungen zunächst einmal nicht. Die Höhlen sind nämlich nicht etwa in die Seitenwände eines Gebirges getrieben, noch gehen sie auf natürliche Höhlenformationen zurück. Sie wurden vielmehr künstlich von Menschenhand als senkrechte Krater in den Erdboden gegraben, von wo aus sich ein horizontales, labyrinthartiges Höhlensystem mit Wohn-, Schlaf-, Bevorratungs- und Kochhöhlen verzweigt. Diese Krater sind der zentrale Ort einer solchen Anlage und erscheinen dem heutigen Besucher wie ein lebendiges Museum. Von diesen Kraterhöfen, ja Gehöften, gehen meist einstöckige, manchmal auch Wohnhöhlen mit zwei Etagen ab. Wer allerdings glaubt, hier lebe man in Matsch und Dreck, der irrt gewaltig. Von einer primitiven Behausung ist hier keine Spur. Die Böden sind mit Berberteppichen ausgelegt, da stehen Tische und Stühle, Schränke und Betten aus massivem Olivenholz herum. Aus manchem Kraterloch ragt sogar eine Fernsehantenne oder eine Satellitenempfangsschüssel empor und enttäuscht die pittoresken Erwartungen des touristischen Besuchers. Aber wer wollte den Bewohnern diesen fragwürdig schnöden Anschluss an die Restwelt vorenthalten? Die Zugangshöhlen sind allesamt nach außen hin abschüssig angelegt, so dass sich nach einem etwaigen Wolkenbruch das Wasser nicht etwa Trichterförmig in den Kratern ansammelt, sondern nach draußen abfließen kann. Diese Zugangs- und Abflusshöhlen sind in Höhe und Breite so bemessen, dass gerade ein beladenes Kamel hindurchpasst. Die Zugänge sind immer schlängelig um ein paar Ecken herum angelegt, so dass man von außen nicht in ein Gehöft einsehen kann. Die Gegend rings um Matmata sieht aus wie eine Mondlandschaft mit Palmen. Auf den ersten Blick ein kärgliches Bild mit spärlichem Bewuchs. Für das Auge dennoch höchst reizvoll. Kleine Hügel in der charakteristisch hellbraunen Sandstein- und Lehmtönung, dazwischen hin und wieder eine glänzend-weiße Moschee. Biblisch anmutende Landschaften, die archetypische, archaische Assoziationen freisetzen und beflügeln. Zahlreiche Marabouts (Grab- und Gedenkstätten für islamische Heilige oder Sufis) säumen die rötliche Gebirgswelt rund um Matmata. Steigt man auf einen der angrenzenden Berge, die Matmata im Westen von der Sahara trennen, dann sieht man unten im Tal an die fünfzig Kraterlöcher in den weichen Sandstein und Lehmboden getrieben. Man denkt an Vulkane oder Meteoriteneinschläge, wie auf einem unwirtlichen Planeten. Die kreisrunden Kraterlöcher sind etwa zehn Meter tief und haben einen Durchmesser von bis zu zwanzig Metern. Jede Familie bewohnt eines dieser Löcher. Bei Familiennachwuchs wird einfach ein neuer Stollen gegraben. Bis heute ist ungeklärt, weshalb die Menschen vergangener Jahrhunderte diese Lebensform wählten.

Da Matmata am Rande der Sahara liegt, gehören extreme Temperaturunterschiede zur Tagesordnung. Einer der heißesten Orte der Welt, Kebili, liegt nicht all zu weit entfernt. In den Sommermonaten können hier tagsüber Temperaturen von 55C° herrschen, die binnen weniger Minuten nach Sonnenuntergang rapide absinken. Im Winter können hier tagsüber 25C° herrschen, die nach Einbruch der Nacht sehr schnell auf -10C° absacken. Die gnadenlose Trockenheit der angrenzenden Sahara lässt eine Bodenspeicherung der Tageshitze nicht zu. In den Höhlenwohnungen von Matmata wird dieser Temperatursturz jedoch abgemildert oder ganz und gar nivelliert, vergleichbar einem Bergwerk, in dem, egal zu welcher Jahreszeit, immer konstante Temperaturen herrschen. Im Sommer schön kühl und im Winter behaglich warm, stellen die Wohnhöhlen eine ideale, sozusagen ökologische "Klimaanlage" dar. Vor heißen Winden oder schneidenden Sandstürmen waren und sind die Bewohner ebenso bestens geschützt.

Chenini und Douiret

Rund 20 km westlich von Tataouine staffeln sich die Mauern des alten Berberorts Chenini, bei einer Ksarruine und einer Moschee beginnend, an einem steilen Hang ins Tal hinunter. Cheninis »Häuser« bestehen aus nebeneinander in den Berg gegrabenen Höhlenräumen. Im Restaurant Relais de Chenini am Fuß des Hügels finden Sie einen ortskundigen Führer, der sie durch das Dorf begleitet. Das Höhlendorf Douiret 20 km von Chenini ist ähnlich dramatisch gelegen, wird aber seltener von Touristen besucht.
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Chebika Tamerza und Mides

Diese drei beeindruckenden Oasen besucht man am besten entweder bereits bei der Anfahrt nach Tozeur aus Richtung Gafsa kommend über die alte Heeresstraße von Rommel oder über die Zufahrt von Tozeur aus. Egal aus welcher Richtung Sie kommen, diese drei Oasen zählen wohl zu den schönsten und beeindruckensten Sehenswürdigkeiten von ganz Südtunesien. Die Fahrt führt dabei in die nördliche Bergregion des Djebel en Negueb. indem bereits die Römer Wachstationen zum Schutz der Karawanen errichtet hatten.



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